
Schönborn dankt Huainigg für dessen "überzeugendes Beispiel"
Für sein überzeugendes Beispiel dafür, dass auch Menschen mit Behinderung ein erfülltes Leben führen können, hat Kardinal Christoph Schönborn dem vor kurzem aus dem Amt geschiedenen Nationalratsabgeordneten und Publizisten Franz-Joseph Huainigg gedankt. Huainigg, der selbst mehrfach behindert ist, Arme und Beine nicht bewegen kann und eine Beatmungsmaschine benötigt, verzweifle nicht, sondern "macht anderen Menschen Mut zum Leben und zum Glück", würdigte der Wiener Erzbischof in der Gratiszeitung "Heute" (Freitag) den Politiker, der bis September Behindertensprecher der ÖVP war.
Huainigg habe bewiesen, "dass man auch als Behinderter Großartiges in Kunst und Literatur schaffen kann", betonte Schönborn mit einem Verweis auf Huainiggs reiches Schaffen als Medienpädagoge, Journalist und Schriftsteller. Den Titel eines seiner Bücher "Auch im auch im Rollstuhl könne man lachen" habe Huainigg ebenso selbst vorgelebt wie die Überzeugung, dass Barrieren nicht nur in den Gesetze, sondern vor allem in den Köpfen abgebaut werden müssen. Besonders hob Schönborn auch Huainiggs Einsatz für die Sicherung der Menschenwürde von Anbeginn des Lebens an hervor - "auch bei der Geburt von behinderten Kindern".
Von zahlreichen Seiten und über alle Parteigrenzen hinweg war Franz-Joseph Huainigg, der seit einer Impfung im ersten Lebensjahr schwer behindert ist, bei seinem Abschied nach 15 Jahren in der Bundespolitik im Herbst für sein Engagement gewürdigt worden. Er galt als Stimme für die Achtung der Menschenwürde und -rechte und deren Verankerung in der Verfassung, war federführend, hartnäckig und mit Humor an unzähligen Initiativen für die Gleichstellung und Inklusion Behinderter, für den Ausbau von Hospiz und Palliativmedizin sowie für die Entwicklungszusammenarbeit beteiligt und warnte vor der Selektion ungeborener Kinder. Mit dem "Ohrenschmaus" gründete er gemeinsam mit Hilfsorganisationen einen Literaturpreis für Menschen mit Lernbehinderungen.
Schönborn äußerte sich im Vorfeld zum "Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung", der am 3. Dezember begangen wird. An diesem Tag findet um 9:30 Uhr in der Wiener Pfarre Maria Namen (Hasnerstraße 11) ein Gottesdienst zum Welttag mit Weihbischof Franz Scharl statt, der von der Musikgruppe "Faith4U&Me", in der Menschen mit und ohne Behinderung beteiligt sind, gestaltet wird. An einer von der Stadt Wien und der Südwind-Agentur veranstalteten Tagung mit anschließender Podiumsdiskussion (18.45 Uhr) im Wiener Rathaus, bei der es um Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit geht, wird auch Franz-Joseph Huainigg teilnehmen.
(Infos: http://franzhuainigg.at)