
Schönborn in großer Sorge um Nahost-Christen
Sehr besorgt über die Zukunft der Christen im Nahen Osten hat sich Kardinal Christoph Schönborn gezeigt. Anfang des 20. Jahrhunderts stellten die Christen im Nahen Osten noch etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Heute seien sie in fast allen Ländern der Region eine in ihrer Existenz bedrohte Minderheit, so der Kardinal in seiner Wochenkolumne für die Zeitung "Heute" am Freitag. Seine bange Frage: "Wird der Nahe Osten bald ohne Christen sein?"
Den Christen könnte in der krisengeschüttelten Region aber eine besondere Funktion zukommen, zeigte sich der Wiener Erzbischof Überzeugt - als "Brückenbauer zwischen den verfeindeten Gruppen". Die Existenz der Christen im Orient sei auch deshalb von so großer Bedeutung, weil dort alle christlichen Glaubensgemeinschaften ihre Wurzeln hätten, unterstrich Schönborn.
Aktueller Anknüpfungspunkt für die Kolumne des Kardinals ist das Dreikönigsfest (6. Jänner) und die kirchliche Tradition der Heiligen Drei Könige bzw. der Weisen aus dem Morgenland. Schönborn wörtlich:
Wo ist das Morgenland? Es ist die heute von Krisen und Kriegen heimgesuchte Welt des Nahen und Mittleren Ostens, die Region, die von Iran über den Irak bis nach Syrien, Jordanien und den Libanon reicht.
Und weiter: "Die Weisen aus dem Morgenland sind einst dem Stern gefolgt, der sie nach Bethlehem führte. Welcher Stern zeigt uns heute den Weg zum Frieden und zur Verständigung zwischen den Völkern?"
Konkrete Hilfe für Orient-Christen
Erst unmittelbar vor Weihnachten hatte der Wiener Kardinal gemeinsam mit dem Linzer Bischof Manfred Scheuer und zahlreichen weiteren Vertretern heimischer kirchlicher Organisationen in einem Schreiben an den chaldäischen Patriarchen Louis Raphael Sako seine Solidarität mit den Christen im Orient bekundet. Sie sagten dem Patriarchen bzw. den Christen vor Ort weitere materielle Unterstützung zu und versprachen zugleich, sich bei den politisch Verantwortlichen in Österreich und in der EU dafür einzusetzen, dass diese auf eine friedliche Lösung der politischen Konflikte drängen.
Quelle: kathpress