96. Todestag Kaiser Karls: Familie und Ausstellung erinnern
Die Familie Habsburg-Lothringen hat am Ostersonntag an den 96. Todestag von Kaiser Karl I. erinnert. Karl von Österreich wurde am 17. August 1887 in Persenbeug geboren und starb am 1. April 1922 in Funchal auf Madeira. Er war von 1916 bis 1918 der letzte Kaiser von Österreich und wurde im Jahre 2004 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 21. Oktober. "April 1 is a very special day for our family. It is the day Blessed Emperor Karl died in 1922 in Funchal, Madeira", heißt es in einer Twitter-Nachricht (Ostersonntag) von Botschafter Eduard Habsburg, dem früheren Pressesprecher des St. Pöltner Bischofs.
Im letzten in Österreich liegenden Domizil von Kaiser Karl, Schloss Eckartsau (NÖ), wird am 29. Mai die Ausstellung "Karl & Zita - Im Schatten der Geschichte" eröffnet. Kurator der Schau ist der frühere "Kathpress"-Kulturressortleiter Hannes Etzlstorfer. Die Sonderausstellung gibt laut Ankündigung "Einblicke in eine Zeit des Umbruchs und Wandels". Weiter heißt es: "Wie können Menschen bestehen, wenn jeder Schritt ein Schritt in die Ungewissheit ist? Ein Schicksal, das die kaiserliche Familie ebenso trifft, wie die vom Krieg zerrüttete Bevölkerung der zusammenbrechenden Monarchie. Eine Zeit, auf die jede/jeder seinen eigenen Blick entwickelt und entwickeln muss" (Informationen: www.schlosseckartsau.at/index.php?id=1237).
Die "Kaiser Karl Gebetsliga für den Völkerfrieden" hatte im März im Rahmen der gemeinsamen Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenzen von Bosnien und von Österreich eine Reliquie des Seligen Karl, eingesetzt in ein "Splitterkreuz", an Kardinal Vinko Puljic übergeben. Das Kreuz wurde von österreichischen Soldaten im Rahmen eines friedensbildenden Einsatzes am Golan aus den Trümmern dort aufgefundener Artillerie-Granaten geschaffen. Beides - Reliquie und Kreuz - sollten das Anliegen des seliggesprochenen und zugleich letzten Habsburgerkaisers symbolisieren, nämlich die Überwindung des Kriegs durch das Streben nach Frieden.
Papst Johannes Paul II. qualifizierte den letzten Kaiser von Österreich und König Ungarns bei der Seligsprechungsfeier 2004 als "Freund des Friedens". In Karls Augen sei der Krieg "etwas Entsetzliches" gewesen. Mitten in den Stürmen des Ersten Weltkriegs an die Regierung gelangt, habe er versucht die Friedensinitiative von Papst Benedikt XV. aufzugreifen, so Johannes Paul.
Der Vatikan betonte damals auch vor dem Hintergrund von Kritik, dass die Seligsprechung nicht der Habsburgermonarchie, sondern allein der Person Karls und der von ihm gelebten "Heiligkeit eines Christgläubigen" gelte.
Der gegenwärtige Papst hat den Seligen Karl zuletzt im November 2016 im Rahmen einer Audienz für die Mitglieder des Hauses Habsburg gewürdigt. Karl habe sich nach der Herrschaftsübernahme im Jahre 1916 "mit allen seinen Kräften für den Frieden eingesetzt" auch "auf die Gefahr hin, nicht verstanden und verlacht zu werden", so Franziskus. Karl biete aus diesem Grund ein Beispiel, das "so aktuell wie eh und je ist: wir können ihn als Fürsprecher anrufen, dass Gott den Frieden für die Menschheit erhalte".
Quelle: Kathpress