
Familienverband will Maßnahmenpaket gegen Gewalt an Schulen
Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien (KFVW) fordert ein Maßnahmenpaket gegen Gewalt in Schulen. "Es kann nicht sein, dass einige SchülerInnen sowohl Lehrkräften als auch Mitschülerinnen und Mitschülern mit Gewalt begegnen und diese keine angemessenen Möglichkeiten haben, Grenzen zu ziehen und Konsequenzen zu setzen", so KFVW-Vorsitzende Barbara Fruhwürth in einer Aussendung am Montag. Denn bei Gewalttaten von Schülern hätten Lehrkräfte derzeit kaum Handlungsspielraum.
Hinzu komme die Angst zahlreicher Lehrer vor beruflichen Konsequenzen, wenn sie Gewaltdelikte in ihren Klassen meldeten. Der Alltag an zahlreichen Wiener Schulen sei teilweise "ein untragbarer Zustand, der rasch geändert gehört".
Gefordert wird die anonyme Dokumentation von Gewalttaten an Schulen zur besseren Verteilung von Ressourcen, die Aufstockung von Schulpsychologen und Sozialarbeitern sowie eine stärkere Einbindung der Eltern in den Schulalltag. "Die Politik muss mit Schulleitern und Lehrkräften Konzepte entwickeln, um mit gewaltbereiten Schülern zu arbeiten, ihnen Grenzen zu setzen und Opfer von Gewalt zu unterstützen", so Fruhwürth. In letzter Konsequenz dürfe auch der zeitweilige Ausschluss aus dem Unterricht mit anschließender Unterbringung in eigenen Förderklassen mit entsprechend geschultem Personal kein Tabu sein.
Zwei Drittel der Schüler erleben Gewalt
Laut einer vor einem Monat veröffentlichten österreichweiten Umfrage haben zwei von drei Schülern schon körperliche oder verbale Gewalt in der Schule erlebt. 30.000 Schüler im Alter über 14 Jahren vor allem aus Gymnasien und Berufsschulen waren befragt worden.
Nur ein Drittel der befragten Oberstufenschüler hat noch nie körperliche oder verbale Gewalt in der Schule erfahren. Verbale Gewalt kommt dabei öfter vor als körperliche Attacken und beide Gewaltformen richten sich vor allem gegen Mitschüler. Gewalt gegen Lehrer hingegen ist selten. Nur zwei Prozent der befragten Oberstufenschüler haben laut Umfrage schon Übergriffe auf Lehrer miterlebt. Bildungsminister Heinz Faßmann möchte auch wegen dieser Ergebnisse das Thema noch intensiver behandeln, hieß es in einer Stellungnahme.
Quelle: kathpress