
"Christophorus"-Aktion: "Drive in-Segen" in Klagenfurt
Lenker von Fahrzeugen haben heuer das erste Mal die Möglichkeit zu einem "Drive in-Segen" im Rahmen des "Christophorus-Sonntags" der Hilfsorganisation MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft). Die Klagenfurter Dompfarre und die Stadtpfarre St. Hemma bieten den Service am 19. und 20. Juli von 15 bis 18 Uhr in St. Hemma an, gab die Diözese Gurk-Klagenfurt am Mittwoch in einer Aussendung bekannt. Den Segen erteilen Dompfarrer Peter Allmaier und Stadthauptpfarrer Gerhard Simonitti. Die Pfarrkirche liegt direkt neben der Feldkirchner Straße, einer der klassischen Pendlerstraßen in die Innenstadt.
Wie schon in den Jahren zuvor sind die österreichweit 131 Fahrzeugsegnungen rund um den 22. Juli, dem "Christophorus-Sonntag", auch heuer wieder mit der Bitte verbunden, ein Zeichen der Solidarität mit Ländern des Südens zu setzen. Im Zuge der Aktion werden dabei Spenden für Fahrzeuge für die Seelsorge und Entwicklung in Afrika, Lateinamerika und Asien gesammelt. Das Hilfswerk appelliert an Fahrzeuglenker, "pro unfallfreiem Kilometer einen 'ZehntelCent' für ein MIVA-Auto zu spenden".
In diesem Jahr steht die Flüchtlingshilfe in Kenia im Zentrum. Partnerorganisation in Ostafrika ist das "Jesuit Refugee Service" (JRS). Die örtliche Ordensprovinz der Jesuiten umfasst sechs Länder. Das JRS betreut Menschen in Kakuma, einem großen Flüchtlingslager im Nordwesten Kenias. JRS arbeitet mit dem Flüchtlings-Hochkommissariat der UNO zusammen, Seite an Seite mit dem Lutherischen Weltbund und anderen Nicht-Regierungs-Organisationen.
Etwa 185.000 Menschen leben derzeit im Lager. JRS hat sichere Unterkünfte für von Gewalt und Ausbeutung bedrohte Frauen errichtet, betreut Kinder mit besonderen Bedürfnissen und organisiert therapeutische Beratung für die oft traumatisierten Flüchtlinge. Auch ein Zentrum für universitäre Fernstudien wurde von der Jesuiten-Organisation eingerichtet.
MIVA-Auto für das Flüchtlingslager
Das JRS-Team ist derzeit auf vom UNHCR leihweise zur Verfügung gestellte Fahrzeuge angewiesen und hofft daher auf Unterstützung aus Spenden der Christophorus-Aktion. Ein eigenes Fahrzeug wird dringend gebraucht. Der MIVA-Geländewagen wird täglich im Lager unterwegs sein, denn die Teams müssen jeden Morgen zu ihren Arbeitsstellen gebracht werden. Auch Besorgungsfahrten und Reisen in die etwa drei Stunden entfernte Provinzhauptstadt Lodwar sind vorgesehen. Schlechte, staubige Straßen und das trocken-heiße Klima bedeuten für die Fahrzeuge eine besondere technische Herausforderung.
Mit dem Hinweis auf den heiligen Christophorus, der als Patron der Reisenden gilt, verbindet sich in der Christophorus-Aktion ein Zeichen für internationale Solidarität. Mobilität ist teilbar, erinnert die MIVA: Wenigstens ein Minimum der in reichen Ländern weitgehend selbstverständlichen Fahr- und Reisemöglichkeiten soll Menschen in den ärmsten Gegenden der Welt zu Gute kommen. Zum Beispiel, indem Betreuerinnen und Betreuer des JRS ein geeignetes Auto haben, um Flüchtlinge zu erreichen.
Die MIVA wurde 1949 im Stift Lambach auf Beschluss der Österreichischen Bischofskonferenz gegründet. Treibende Kraft war Karl Kumpfmüller aus Stadl Paura, der auch erster MIVA-Geschäftsführer wurde. Haupteinnahmequelle war zunächst die - von MIVA-Gründer Kumpfmüller angeregte - Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar. Als die Dreikönigsaktion zu einem eigenständigen Hilfswerk ausgebaut wurde, erfand Kumpfmüller zehn Jahre nach der MIVA-Gründung die "Christophorus-Aktion" als neue Spendenquelle. Die Idee, Autofahrer um einen Beitrag zu bitten, soll bei der Überstellungsfahrt eines MIVA-Fahrzeugs nach Hamburg entstanden sein. Kumpfmüller malte sich aus, wie viele Projekte die MIVA unterstützen könnte, würde das Hilfswerk pro entgegenkommendem Fahrzeug auch nur einen Groschen erhalten.
Quelle: kathpress