
Wiener Pastoralamtsleiter: "Glaubenserfahrung offen weitergeben"
Der neue Pastoralamtsleiter der Erzdiözese Wien, Markus Beranek will dazu ermutigen, dass Menschen ihre Glaubenserfahrungen offen und ohne Angst weitergeben. Nur so könne Mission gelingen, die nichts mit einer bloßen Rekrutierung von Personen für die Kirche zu tun habe. Eine wichtige Rolle schreibt er den Pfarren zu, die Jüngerschaft fördern müssten. "Dabei ist es wichtig, dass wir Menschen dazu ermutigen, dass sie aus ihrer persönlichen Beziehung mit Christus auf andere aktiv zugehen", sagte Beranek in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag".
Gläubige dürften nicht davor zurückschrecken, auch manchmal "zu ringen, verwundbar zu sein und immer wieder die Entdeckung zu machen, dass mir Gott immer wieder gerade dort nahe kommt, wo ich anstehe und wo ich mich als verletzt und schwach empfinde". Denn niemand trage ständig den "geistigen Sonntagsanzug", erläuterte Beranek.
Wichtig ist ihm, "dass wir dabei darauf schauen, dass Menschen motiviert sind und dass wir alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten". Denn, wenn jeder aktiv etwas tut, dann bewege sich etwas. Letztendlich gehe es ihm dabei um ein Mehr an Lebendigkeit, um ein Mehr an Freude und um ein Mehr an Vitalität.
Das Pastoralamt versteht er als Stelle, die für Innovation in den Pfarren steht. "Wir vernetzen und unterstützen Pfarren dabei, Orte der Lebendigkeit, Freude und Vitalität zu sein." Beranek wird sein neues Amt am 1. September antreten. Er folgt Veronika Prüller-Jagenteufel nach, die im Februar 2018 angekündigt hatte, dass sie in ihre Heimatdiözese St. Pölten zurückkehrt wird, um dort bei der Caritas in der Seelsorge tätig zu sein. Beranek war bisher Pfarrer und Dechant von Stockerau.
Eisenstadt: Geier kündigt umfassende Änderungen an
Einen neuen Pastoralamtsleiter hat auch die Diözese Eisenstadt. Der Pastoraltheologe Richard Geier folgte auf Michael Wüger. In seiner Rolle als Pastoralamtsleiter kündigte der Priester in der aktuellen Ausgabe des "martinus" einige Änderungen an. So soll etwa ein neues Referat für spirituelle Bildung entstehen, um Ehrenamtliche nicht nur gut auszubilden sondern auch spirituell zu formen. Ein großes Anliegen ist ihm auch, die neue pfarrliche Struktur des Burgenlandes spirituell zu entwickeln.
Von der Bildung von Seelsorgeräumen und der teilweisen Aufgabe von Gewohntem erhofft er sich, einen Denkprozess in Gang setzen zu können. Denn Christ-Sein funktioniere nicht nur in kleinen Einheiten, sondern mache auch offen für die Begegnung mit Menschen außerhalb des gewohnten Lebenszusammenhanges.
Änderungen wird es auch im Bereich Liturgie geben. So wechselt das Liturgiereferat künftig ins Pastoralamt. Dort will Geier eine große Bildungsoffensive starten. Denn Kirche lebe davon, "wie gut wir Gottesdienste gestalten, wie gut wir predigen und wie gut wir unsere Botschaft für die Welt von heute formulieren". Einen Fokus legt der neue Pastoralamtsleiter auf Kinder:
Kinder sollen sich von der Liturgie angesprochen fühlen. Wenn die Kleinen nicht gerne zum Gottesdienst kommen, bleibt die ganze Familie weg.
Mehr Aufmerksamkeit will Geier künftig auch Menschen widmen, die der Kirche kritisch gegenüberstehen oder jenen, die den Kontakt zu ihr verloren haben. Geplant ist die Errichtung eines neuen Referats unter dem Motto "Missionarische Seelsorge". "Wir wollen diesen Menschen begegnen", so der aus Deutschland stammende Priester. Denn jede Begegnung auf Augenhöhe, ohne Vorwurf, ohne Wertung der eigenen persönlichen Biografie, sei hilfreich.
Neuerungen sieht Geier auch bei der Priester-Ausbildung vor, die er in Richtung Persönlichkeitsbildung ausweiten möchte. "Für das Leiten eines Seelsorgeraumes braucht man eine gesunde und stabile Persönlichkeit, da ist eine Selbstreflexion der eigenen Biografie, der eigenen Verhaltensmuster, ganz wichtig." Gemeinsam mit Profis sollen Kurse entwickelt werden.
Quelle: kathpress