Bischof und Life-Ball-Gründer diskutieren über Angst und Liebe
Der Feldkirche Bischof Benno Elbs und Life-Ball-Macher Gery Keszler haben am Dienstagabend im Rahmen der Reihe "W'Ortwechsel Spezial" in Feldkirch über Angst und Liebe diskutiert. Der absolut liebende Gott, der alles verzeihe, ist laut Keszler dabei das, was das Christentum ausmache. Aus diesem Gedanken schöpfe er Kraft. Zugleich verletze ihn, dass gerade die Kirche oft am meisten ausgrenze. Die Kirche sollte sich daher laut Keszler "besinnen, dass es nur um Liebe geht und es keinen Unterschied geben darf". Jeder Mensch sei wie ein heiliger Boden, "vor dem wir die Schuhe ausziehen müssen", betonte auch Bischof Elbs laut Bericht der Diözese Feldkirch am Mittwoch.
Liebe sei laut Keszler der Sinn des Lebens, Angst habe er etwa vor Machtmissbrauch u.a. auch in der Kirche. Besonders spürbar werde Liebe laut Elbs, der selber nicht nur Priester sondern auch ausgebildeter Psychotherapeut ist, durch das Bewusstsein, von der Liebe Gottes getragen zu sein. Einige waren sich beide: "Wer gefestigt ist, kann umso mehr Liebe geben."
Man neige dazu, etwas zu "fremdeln", wenn man andere Welten und damit unbekanntes Terrain betrete, so der Bischof. So wüsste er etwa nicht, "wie ich mich auf dem Life-Ball benehmen sollte". Für Keszler steht der Life-Ball für Respekt für anders denkende und anders liebende Menschen und verpflichte, in alle Richtungen Brücken zu bauen. Sichtlich berührt zeigte sich Keszler von seiner Freundschaft zu Kardinal Christoph Schönborn. Er erinnerte etwa an den konfessionsübergreifenden Gottesdienst am Welt-Aids-Tag 2017, an dem Schönborn und Keszler mit vielen anderen im Stephansdom ein "gemeinsames Zeichen gegen Vorurteile setzten".
"W'Ortwechsel" bringt Kirche nach Hause
"W'Ortwechsel" ist eine Kontakt-Initiative der Katholischen Kirche Vorarlberg. Menschen mit besonderen Lebensgeschichten und Erfahrungen stellen sich an einem oder auch mehreren Abenden als Gesprächspartner zur Verfügung. "Gebucht" werden sie von Gastgebern aus allen Teilen des Landes, die wiederum Freunde, Verwandte oder Bekannte zum Talk zu sich nach Hause einladen. Thema ist jeweils "alles Mögliche und Unmögliche", so die Diözese Feldkirch, "frisch von der Leber weg".
Während der letzten drei Jahre wurden auf diese Art rund 1.500 Menschen in mehr als 100 Hausbesuchen erreicht. Zu Gast waren u.a. die Intendantin der Bregenzer Festspiele, Elisabeth Sobotka, der frühere Ski-Rennläufter Marc Giradelli, Olympiasieger Toni Innauer, Diözesanbischof Benno Elbs und Caritas-Direktor Walter Schmolly.
Infos: www.wortwechsel.jetzt
Quelle: Kathpress