
Vermisster steirischer Brasilien-Missionar P. Hohenscherer verstorben
Der zuletzt als verschollen gemeldete steirische Brasilien-Missionar P. Norbert Hohenscherer ist bei einem Bootsunglück in Brasilien verstorben. Das bestätigte die österreichische Salesianerprovinz am Donnerstag. Der knapp 81-jährige Ordensmann war am Montag alleine auf dem Fluss Uapes an der Grenze zu Kolumbien unterwegs gewesen und kam in einen Sturm, bei dem das Boot kenterte. Nach mehrtägiger Suche wurde P. Hohenscherers Leichnam am Mittwoch gefunden. Das Begräbnis in seiner Pfarre San Miguel in Iaurete ist für Donnerstag angesetzt.
Der österreichische Salesianerprovinzial P. Petrus Obermüller würdigte seinen Mitbruder gegenüber "Kathpress" für dessen "großen Seeleneifer". Über fünf Jahrzehnte lang sei der Steirer bei den indigenen Amazonas-Bewohnern tätig gewesen, wobei er den Einsatz für die Würde der Ärmsten und die Weitergabe der christlichen Botschaft als seinen Missionsauftrag angesehen habe. Bei seinen wenigen Heimatbesuchen sei er äußerst bescheiden aufgetreten, habe auf größere Vorträge oder Spendenaufrufe meist verzichtet. Mit seinen Verwandten war er bis zuletzt in Telefonkontakt.
P. Hohenscherer wurde am 6. Oktober 1937 im oststeirischen Schönau bei Pöllau geboren, lernte zunächst das Schneiderhandwerk und kam 1956 zu den Salesianern Don Boscos nach Unterwaltersdorf. Nach seiner ersten Profess 1961 und dem Philosophiestudium in Benediktbeuern ging er 1966 als Missionar nach Brasilien, wo er 1970 in Iaurete zum Priester geweiht wurde. Seither war er in fast allen Pfarren der Diözese Sao Gabriel da Cachoeira tätig. Trotz seines hohen Alters war er bis zuletzt ständig in die entlegenen Gemeinden der indigenen Bevölkerung unterwegs. Sein letzter Heimatbesuch in Österreich war zum Jahreswechsel 2015/2016.
Quelle: Kathpress