Deutschland: Streit zwischen Kirchen beigelegt
„Stein des Anstoßes“ war ein Text über Vorgänge in der römisch-katholischen Kirche und das katholisch-evangelische Verhältnis, der der Kirchenkonferenz der EKD zu ihrer Sitzung am 2. Juli 2009 vorlag. Die Kirchenkonferenz habe sich diesen Text jedoch in keiner Weise zu eigen gemacht; und „ihn vielmehr klar zurückgewiesen“. Das Papier von Oberkirchenrat Thies Gundlach „wurde später anonym, missbräuchlich und gezielt verbreitet. Die evangelische Seite betrachtet diesen Text als Missgriff. Sie bittet um Entschuldigung bei allen, die ihre Kirche und sich persönlich durch einzelne anstößige Aussagen beschwert fühlen müssen.“
Katholische und evangelische Seite verständigten sich auf eine noch intensivere Zusammenarbeit. „Wir haben wieder eine gute Basis für die Ökumene in Deutschland gefunden“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Nun gelte es, den Blick nach vorne zu richten. Das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums für die Welt bleibe auch in Zukunft vordringlich, betonten die Gesprächsteilnehmer. Der Zweite Ökumenische Kirchentag in München 2010 werde dafür ein deutliches Zeichen setzen.
An dem Gespräch in Karlsruhe nahmen neben Zollitsch für die katholische Seite teil: Kardinal Karl Lehmann und Bischof Gerhard Ludwig Müller, dazu der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Hans Langendörfer SJ. Auf evangelischer Seite waren vertreten: der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, Landesbischof Ulrich Fischer und Landesbischof Johannes Friedrich, dazu der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hermann Barth.