"72 Stunden ohne Kompromiss" wieder großer Erfolg
Wien-Graz-Linz, 27.10.06 (KAP) Die Aktion "72 Stunden ohne Kompromiss" wurde auch heuer wieder zu einem großen Erfolg für die Katholische Jugend. Erstmals war die Aktion 2002 durchgeführt worden. Die Aktion, bei der auch Konfessions- und Religionsgrenzen überschritten wurden, endet heuer am Samstag, 28. Oktober. In der Steiermark gibt es einen Gottesdienst mit Diözeanbischof Egon Kapellari in Graz-Don Bosco, in Oberösterreich sind ab 16 Uhr alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Bildungshaus Schloss Puchberg zu einem Fest eingeladen.
Die Einsatzfreude der Jugendlichen hat auch heuer viele überrascht. So waren etwa in Oberösterreich 500 Jugendliche mit Feuereifer im Einsatz. Willi Seufer-Wasserthal von der Katholischen Jugend der Diözese Linz: "Mich erstaunt, dass die Jugendlichen trotz Feiertag so viele Sachspenden aufgetrieben haben. Die Jugend in Rohrbach zum Beispiel hat alle umliegenden Sägewerke kontaktiert".
Auch Christine Siebert von der oberösterreichischen "youngCaritas" war von den Jugendlichen sehr beeindruckt: "Im Flüchtlingshaus in Puchenau haben die Jugendlichen ein Fest organisiert, mit eigenen Tänzen und besonderem Schmuck". Kreativ seien die Jugendlichen auch im Flüchtlingshaus Rottenegg gewesen. In Linz hatten die Jugendlichen im Seniorenheim der Franziskusschwestern zu einem Benefizkonzert zu Gunsten eines Seniorenheimes in Nicaragua eingeladen.
Lackner: "Jugend hat Gespür"
In der Steiermark waren rund 200 Jugendliche bei der Auftaktveranstaltung im "Caritas-Marienstüberl" in Graz dabei und holten sich dort auch direkt ihre Projektaufträge. Weihbischof Franz Lackner betonte, dass junge Menschen mit den "72 Stunden ohne Kompromiss" beweisen, wie viel Gespür sie für die Not der Gegenwart haben und dass sie eben nicht sorglos an Not vorüber gehen: "Diese Aktion ist auch ein Hoffnungsschimmer für die Kirche, weil sich die Jugend hier frei und absichtslos engagieren kann. Und das ist der beste Landeplatz für Gott in unserer Zeit".
Auch Landesrätin Bettina Vollath unterstrich die Bedeutung dieser Aktion: "In der Qualifizierung von Jugendlichen geht es heute immer mehr auch um die so genannten 'soft skills'. Es ist enorm, wie hier junge Menschen motiviert werden, sich in die Gesellschaft einzubringen. Ich wünsche den '72 Stunden' eine unglaubliche Produktivität". Fritz Haring, Bereichsleiter für Bildung&Interkultur in der Caritas, beschrieb das Bemühen, Übungs- und Trainingsfelder für Solidarität bereit zu stellen "Im Laufe des Jahres kommt die Caritas über die Plattform 'youngCaritas.at' mit mehreren tausenden Jugendlichen in Kontakt. Die Aktion '72 Stunden' ist dabei ein Highlight".
Im Rahmen der Aktion "72 Stunden" wird benachteiligten Menschen konkret geholfen. So vielfältig wie Bedürfnisse von Menschen in Notlagen sind, so vielfältig sind daher auch die Ansatzpunkte zum sozialen Engagement: In den 34 steirischen Projekten wurden mehr als 330 Jugendliche bei der Realisierung beteiligt.
Brücke nach Rumänien
Im Rahmen des Projekts "72 Stunden ohne Kompromiss" bauten Jugendliche aus der steirischen Pfarre Pischelsdorf gemeinsam mit Jugendlichen aus Lipova in Rumänien im "Haus der Stille" Gartenspielgeräte für eine Kinderkrippe in Rumänien. Unter der Anleitung von zwei Tischlern wurden eine Sandkasteneinfassung, eine Wippe und ein Kletterturm mit Rutsche und Schaukeln gebaut. Die Materialien wurden von Unternehmen der Umgebung zum Großteil zur Verfügung gestellt, der Rest durch Spenden finanziert. Die acht steirischen und sechs rumänischen Jugendlichen waren trotz mancher sprachlicher Hürde hinweg mit vollem Einsatz dabei.
Die Gartenspielgeräte sind für eine Caritas-Kinderkrippe in Lipova (Rumänien) bestimmt. Die Krippe ist für 18 Kinder von eins bis drei gedacht, deren Eltern arbeiten müssen. Die Gebäude wurden neu umgebaut und ausgestattet, nur für die Gartenspielgeräte hat bisher das Geld gefehlt. In den drei gemeinsam erlebten Tagen im "Haus der Stille" lernten die Jugendlichen aus Rumänien und der Steiermark einander kennen. Am Samstagnachmittag, 28. Oktober, sollen die Spielgeräte feierlich an die Leiterin der Caritas Lipova, Imogen Tietze, übergeben werden.
Das "Haus der Stille", 1979 gegründet, ist ein geistliches Zentrum in der Steiermark, das von einer franziskanischen Gemeinschaft geführt wird, die dort lebt und arbeitet und Kurs- und Einzelgästen Impulse zur Lebens- und Glaubensvertiefung bietet. (Informationen: Tel.: 0664/896.39.49), E-Mail: pkarl@haus-der-stille.at).
Auch in Kärnten
Auch in ganz Kärnten wurde das Sozialprojekt "72 Stunden ohne Kompromiss" pünktlich am Mittwoch um 17 Uhr gestartet. An allen Projektschauplätzen hatten sich die Jugendlichen mit den Gruppenleitern getroffen. Am Beginn aller Treffen stand ein gemeinsames Gebet. Danach wurde dann der Startschuss für "72 Stunden kompromisslosen Helfens" gegeben: Neben organisatorischen Hinweisen zu den Projekten, der Verteilung der "Power Pakete" mit T-Shirts, Kappen und Süßigkeiten gab es auch die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und ein stärkendes Abendessen. Danach wurden die einfachen Quartiere bezogen.