Familienexperte fordert steuerfreies Existenzminimum
Wien, 17.10.07 (KAP) In der Debatte um steuerliche Begünstigungen für Familien hat sich am Mittwoch der Leiter des kirchlichen "Instituts für Ehe und Familie", Günther Danhel, zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit "Kathpress" sprach sich Danhel gegen das derzeit diskutierte Modell des Familiensplittings aus, u.a. weil dieses Familien mit großen Einkommensdifferenzen zwischen den Ehepartnern bevorzuge. Er plädiere vielmehr für das Modell eines steuerfreien Existenzminimums, in dem für jedes Familienmitglied ein Betrag zwischen 8.000 und 11.000 Euro pro Jahr steuerfrei ist und erst das darüber hinausgehende Familieneinkommen besteuert wird, gemäß dem Grundsatz "Existenzrecht geht vor Steuerrecht", wie Danhel darlegte. Mit diesem Modell gebe es auch keine Vor- oder Nachteile für bestimmte Familienformen - Alleinverdiener, Alleinerzieher oder beide Eltern erwerbstätig - und Einkommensverteilungen innerhalb von Familien.
Danhel sprach sich weiters auch dafür aus, alle Einkunftsarten steuerlich gleich zu behandeln, also beispielsweise Einkommen aus Kapital genauso wie Löhne aus unselbständiger Arbeit. Es sei beispielsweise überhaupt nicht einsehbar, dass Erträge aus Stiftungen nur mit 12 Prozent besteuert werden, während es bei Einkommen aus unselbstständiger Arbeit bis 50 Prozent gehe.
Zur Tatsache, dass geringe Einkommen auch jetzt schon nicht besteuert würden, Alleinerzieher oder Familien mit solchen Einkommen von einer solchen Reform daher auch nicht profitieren würden, meinte Danhel, dass man hier über eine Negativsteuer nachdenken sollte.
Konsequent unterscheiden sollte man in der Diskussion auch zwischen Steuerfragen und Transferleistungen wie der Familienbeihilfe. Hier gehe es um unterschiedliche Ansatzpunkte zur Förderung von Familien, betonte der Leiter des Instituts für Ehe und Familie. (ende)