Lebensschutz: "Es gibt positive Signale"
Wien, 18.10.07 (KAP) "Die Worte Papst Benedikts XVI. bei seinem Besuch in Wien haben der jahrzehntelangen Forderung nach 'flankierenden Maßnahmen' zur Abtreibungsgesetzgebung neue Aktualität verliehen", betonte die Lebensschutzbeauftragte der Erzdiözese Wien, Stephanie Merckens, am Mittwoch in einem "Kathpress"-Gespräch über aktuelle Entwicklungen im Bereich Lebensschutz. Als "besonders positives" Signal wertete Stephanie Merckens in diesem Zusammenhang entsprechende Aussagen im jüngsten ÖVP-Perspektivenpapier. "Hier weht ein frischer Wind", so die Lebensschutzbeauftragte: "Es wird nicht nur das grundsätzliche Bekenntnis zum Schutz des Lebens - auch des ungeborenen - betont, sondern auch mit dem Denk- und Sprechverbot rund um die Fristenregelung gebrochen".
Aus den Berichten der Beratungsstellen sei bekannt, wie viele schwangere Frauen darunter leiden, dass sie von ihrer unmittelbaren Umgebung in der Schwangerschaft allein gelassen werden, erinnerte Stephanie Merckens: "Dadurch ergeben sich seelische, aber auch finanzielle Problemsituationen". Hier sei vor allem auch die Politik gefordert, die bereits mit Einführung der Fristenregelung in Aussicht gestellten "flankierenden Maßnahmen" endlich glaubwürdig und effektiv umzusetzen.
Die jetzt auch im VP-Perspektivenpapier formulierte Forderung nach Ausbau "flankierender Maßnahmen" sowie die dort enthaltene Kritik an der eugenischen Indikation (die Spätabtreibungen mutmasslich behinderter Kinder ermöglicht) seien "wichtige Signale für eine lebensbejahende Gesellschaft". Positiv sei auch, dass das Papier nicht nur Allgemeinplätze enthält, sondern konkrete Maßnahmen fordert. Insbesondere die Forderungen nach anonymer Motivforschung und einer Bedenkzeit, die Betonung der Beratung und das Anerkennen psychischer Folgeschäden seien sehr zu begrüßen. Merckens: "Wir können nur hoffen, dass auch andere Parteien neue Perspektiven entwickeln und nun rasch konkrete Hilfe für die betroffenen Frauen und Kinder möglich wird".
Angesichts der jüngsten Judikatur zur Sterbehilfe könne auch die Zurückweisung der direkten Sterbehilfe nicht oft genug betont werden. Die Ablehnung der Legalisierung der Beihilfe zum Selbstmord sei daher ein Gebot der Stunde, unterstrich die Lebenssschutzbeauftragte der Erzdiözese Wien.
Im Hinblick auf jüngste Entwicklungen im Bereich der Humanmedizin sei aber auch eine Klarstellung zum Embryonenschutz erforderlich. Grundsätzlich sei die Forderung des ÖVP-Perspektivenpapiers nach einem Embryonenschutzgesetz zu begrüßen, betonte Stephanie Merckens. Aus Sicht eines christlich fundierten Lebensschutzes könne dies jedoch nur auf ein klares und unmissverständliches Verbot embryonaler Stammzellenforschung hinauslaufen.
Das Perspektivenpapier lasse eine entsprechende Klarstellung jedoch vermissen, so Merckens. Die Naturwissenschaft habe bewiesen, dass mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle ein neuer Mensch beginnt; an dieser wissenschaftlichen Erkenntnis orientiere sich auch die katholische Lehre. Es sei zu hoffen, dass die ÖVP als christdemokratische Partei klarstellt, wie sie zur embryonalen Stammzellenforschung steht, die immer mit der Tötung von Embryonen verbunden ist. (ende)