Mehr finanzielles Verständnis für die Ordensspitäler
Wien, 19.10.07 (KAP) Die Ordensspitäler haben in ihrer Forderung nach Fairness und finanzieller Gleichbehandlung jetzt massive Unterstützung bekommen: Bei den soeben abgeschlossenen Finanzausgleichsverhandlungen haben acht Bundesländer sowie die Vertreter des Bundes und anderer Körperschaften den langjährigen Wunsch der österreichischen Ordensspitäler nach gerechter Finanzierung akzeptiert. Nur das Land Oberösterreich erhob Einspruch gegen einen Beschluss über "gleiches Geld für gleiche Leistungen bei gleicher Qualität".
Die Ordensspitäler hatten zuletzt in einer umfangreichen Petition konkrete Vorschläge für eine Realisierung des "Gleichbehandlungsprinzips" in der Spitalsfinanzierung vorgelegt. Insbesondere waren die Ordensspitäler bereit, sich strengen Wirtschaftlichkeitskriterien zu unterwerfen. Die Reaktionen auf diese Vorschläge waren fast ausnahmslos positiv, was offenbar auch bei der Behandlung dieser Frage in den Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund und Ländern zum Ausdruck kam, so Hofrat P. Leonhard Gregotsch, Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs, am Freitag.
Beschlossen wurde in den Finanzausgleichsverhandlungen immerhin eine Gleichbehandlung der Ordensspitäler beim Finanzierungsanteil der leistungsbezogenen Kostenabrechnung. Bekanntlich basiert die Spitalsfinanzierung in Österreich auf zwei Säulen: Der Verrechnung der Leistungen nach Leistungspunkten und einer Abgangsdeckung durch die Länder für die verbleibenden Kosten. Im Rahmen dieser Abgangsdeckung werden in einigen Bundesländern - etwa in Oberösterreich - Ordensspitäler gegenüber den Krankenhäusern der Länder und Gemeinden nicht gleich behandelt.
Die vorangegangene Einigung auf Beamtenebene hatte erstmals eine "gleiche Vergütung von gleichartigen Leistungen" in allen Bundesländern vorgesehen. Damit wären - vorausgesetzt effiziente Spitalsführung und höchste Leistungsqualität - die vollen Kosten von den Ländern abzudecken. Dies würde die Existenz der Ordensspitäler - die wesentlichen Anteil an der Gesundheitsversorgung haben - langfristig absichern.
"Die Verhinderung einer solchen österreichweiten Vereinbarung über eine gerechte Finanzierung der Ordensspitäler durch das Linzer Veto ist befremdlich, da der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer den Ordensspitälern an sich wohlwollend gegenübersteht", so P. Gregotsch. Gerade das Land Oberösterreich und seine Bevölkerung profitierten nachweislich deutlich von der Effizienz und der Leistungsstärke der dortigen Ordensspitäler. In Oberösterreich stellen die Ordensspitäler rund 40 Prozent der Spitalsbetten und liegen in der Kostenstruktur günstiger als die Spitäler des Landes.
"Die extrem hohe Akzeptanz der Anliegen der Ordensspitäler bei nahezu allen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Landesebene ist für uns jedoch weiterhin Auftrag und Ermutigung", meinet P. Gregotsch: "Wir gehen daher mit großer Zuversicht in die weiteren Gespräche über die Spitalsfinanzierung auf Landesebene, auch in Oberösterreich". (ende)