Familienleistungen müssen erhöht werden
Wien, 15.11.07 (KAP) In einer "extremen Schieflage" sieht der Katholische Familienverband Österreichs das Verhältnis von Pensionen und Familienleistungen nach der letzten Pensionserhöhung. Zwar sei eine Pensionserhöhung um 2,9 Prozent oder 21 Euro für Mindestpensionisten prinzipiell zu begrüßen, da sie eine "Armut vermeidende Wirkung" habe, so der Präsident des Familienverbandes, Johannes Fenz, in einer Presseaussendung. Gleichzeitig gebe es aber keine finanzielle Besserstellung der Familien, was einem "Anschlag auf die Generationensolidarität" gleichkomme, so Fenz. Der Familienverbands-Präsident vermutet hinter der Pensionserhöhung "wahltaktische Gründe".
Die Familienleistungen wie die Familienbeihilfe werden im Gegensatz zu den Pensionen nicht automatisch angepasst und erhöht. "In den letzten 17 Jahren wurde die Familienbeihilfe um 11 Prozent oder 10,90 Euro erhöht", so Fenz. Weiters wies Fenz darauf hin, dass der Grundbetrag der Familienbeihilfe seit dem Jahr 2000 nicht mehr erhöht wurde und konstant bei 105,40 Euro liegt: "Verglichen mit den Pensionen ist das eine extreme Schieflage".
Um dieser "Schieflage" entgegenzuwirken, fordert der Familienverband die Regierung auf, eine "automatische Valorisierung von Familienleistungen" ins Auge zu fassen. Eine solche Erhöhung der Familienleistungen - Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Pflegegeld - müsse politisch möglich sein, so Fenz.
Das Thema Generationengerechtigkeit werde laut Fenz in den kommenden Jahren "zu einer der brennendsten Fragen". Bereits im Jahr 2020 wird statistisch gesehen jeder vierte Österreicher älter als 60 sein. Der Anteil der unter 15-jährigen wird bei nur 15 Prozent liegen. Die Schieflage von Familienleistungen und Pensionen unterschlage die Tatsache, dass "die Kinder die Beitragszahler von morgen sind". (ende)