Weiter viele positive Reaktionen zur "Billa-Entscheidung"
Wien, 28.11.07 (KAP) Mehrere Professoren der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) haben die Entscheidung des "Billa"-Vorstandes, seine Supermärkte heuer am 8. Dezember geschlossen zu halten, ausdrücklich begrüßt. "Wir sehen darin einen Schritt in die richtige Richtung, zumindest ein Zeichen zum Innehalten in der Beschleunigung und Flexibilisierung von Arbeits- und Öffnungszeiten", betonte die Professorengruppe unter Führung von Prof. Michael Meyer.
Mit den Interessen der Kirchen, der Handelsangestellten und der Gewerkschaften dürften auch die ökonomischen Argumente nicht vergessen werden, so die Professoren: Personal sei die zentrale "Ressource" der modernen Wirtschaft. Diese "Ressource" müsse schonend behandelt werden. Unternehmen, die statt auf kurzfristige Maximierung des Einsatzes auf nachhaltiges Personalmanagement setzen, würden langfristige Wettbewerbsvorteile haben. Dabei spielten Maßnahmen zur "Work-Family-Balance" eine immer wichtigere Rolle.
Die Professoren weisen weiters darauf hin, dass die Leistungsgesellschaft absolute Ruhezonen brauche. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Diese Ruhezonen sind ein öffentliches Gut, das von den Trittbrettfahrern der Ladenöffnung gefährdet wird. Natürlich kann der, der an Sonn- und Feiertagen offen hält, kurzfristig gewinnen. Langfristig zerstört er damit aber ein bewährtes öffentliches Gut". Von jenen Tagen, an denen eine große Mehrheit nicht arbeitet, profitierten nämlich Wirtschaft und Gesellschaft in einer ganz anderen Form: Beispielsweise durch Regeneration, durch Stärkung des sozialen Kapitals und der Zivilgesellschaft.
Schließlich deute einiges darauf hin, dass die Beschleunigung der Arbeitswelt dazu beiträgt, jene Gewinne an Gesundheit und Lebensqualität im Alter zu zerstören, die die medizinische Entwicklung gerade verspreche. Dies seien die absehbaren Folgekosten der Flexibilisierung, warnen die Professoren der Wirtschaftsuniversität Edeltraud Hanappi-Egger, Helmut Kasper, Michael Lang, Herbert Matis, Wolfgang Mayrhofer und Michael Meyer.
KAB-Wien: "Schritt in die richtige Richtung"
Auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) der Erzdiözese Wien hat die Entscheidung des "Billa"-Konzerns gewürdigt und als "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet. Zugleich rufen die Katholischen Arbeitnehmer dazu auf, den Marienfeiertag in Ehren zu halten und auf jeglichen Einkauf freiwillig zu verzichten. Das sei auch ein Zeichen der Solidarität mit den mehr als 300.000 Handelsangestellten.
Der KAB-Vorsitzende Hans Lechner erinnerte daran, dass die KAB seit vielen Jahren durch die Plakataktion "Einkaufen am 8. Dezember - Nein Danke" auch ein wenig zur Bewusstseinsveränderung beigetragen hat.