Papst sieht Österreich-Besuch als Jahreshöhepunkt
Vatikanstadt, 21.12.07 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat in seinem traditionellen Jahresrückblick vor der römischen Kurie seine Auslandsreisen nach Brasilien und Österreich als Höhepunkte im zurückliegenden Jahr bezeichnet. Vor den Kardinälen und Bischöfen der vatikanischen Ministerien sprach er am Freitag von einer "wunderbaren Reise nach Österreich".
Die Reise sei ein "ermutigendes Zeichen des Glaubens" gewesen. Der Besuch sei von viel Regen begleitet gewesen. Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" habe ihn zurecht als "Regen des Glaubens" bezeichnet, so Benedikt XVI. Die heftigen Niederschläge hätten der Freude des Glaubens an Christus keine Abbruch getan, sondern sie sogar noch verstärkt. "Diese Freude hat den Wolkenvorhang durchdrungen, der uns überwölbte. Mit Maria auf Christus blickend haben wir das Licht gefunden, das uns in allen Dunkelheiten der Welt den Weg weist", hob der Papst hervor.
Benedikt XVI. dankte "von Herzen" den österreichischen Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und allen Gläubigen, "die sich in jenen Tagen zusammen mit mir auf den Weg zu Christus gemacht haben, für dieses ermutigenden Zeichen des Glaubens, dass sie uns geschenkt haben".
Weitere wichtige Themen in der Ansprache waren das Dialogangebot an die chinesischen Behörden zu einer Lösung der kirchlichen Probleme sowie Zusammenarbeit und Toleranz unter den Weltreligionen. Ausdrücklich begrüßte der Papst das Schreiben der 138 Muslim-Führer und ihren Appell zum gemeinsamen Einsatz für Frieden in der Welt. Der Papst forderte Christentum und Islam, die durch den Glauben an den einen Gott verbunden seien, zu gegenseitigem Respekt, zum Dialog und zur Zusammenarbeit für Menschenrechte und für eine gerechtere Welt auf.
Sein Brief an die Katholiken in der Volksrepublik China sei von den Gläubigen mit Freude und Dankbarkeit aufgenommen worden, sagte der Benedikt XVI. in seinem Jahresrückblick. Er habe ihnen darin seine Verbundenheit bekundet und zugleich einige Orientierungen geben wollen, um die heiklen und komplizierten Probleme des kirchlichen Lebens der Kirche in China zu lösen. Er wünsche inständig, dass "dies mit der Hilfe Gottes die erhofften Früchte bringt".
Benedikt XVI. erinnerte weiter daran, dass Kirche und Christen durch die Säkularisierung herausgefordert seien. Kritik übte er an "anmaßendenIdeologien". Dennoch müsse die Kirche mit Zuversicht und im Vertrauen auf Gott ins neue Jahr gehen.
Die dringende Pflicht zu Zusammenarbeit, Toleranz und gegenseitigem Respekt mit den anderen Religionen bedeute keinen Verzicht auf Mission und Evangelisierung, unterstrich der Papst. Es sei vielmehr legitim und auch notwendig, dass die Christen die Frohe Botschaft verkünden. Denn derjenige, der die große Wahrheit kennengelernt habe, dürfe sie nicht nur für sich behalten sondern müsse sie weitergeben.