Am 13. Jänner ist "Tag des Flüchtlings"
Rom-Madrid-Paris, 11.1.08 (KAP) In Italien fordert die katholische Kirche, bei der Staatsbürgerschaft vom "ius sanguinis" (Recht des Blutes) zum "ius solis" (Recht des Bodens) überzugehen; in Italien geborene Kinder von Immigranten müssten automatisch italienische Staatsbürger sein. Eine entsprechende Forderung deponierte Bischof Domenico Sigalini, geistlicher Assistent der Katholischen Aktion Italiens und Sekretär der bischöflichen Kommission für Migrationsfragen, in Rom bei einer Pressekonferenz zum bevorstehenden kirchlichen "Welttag der Migranten" (13. Jänner). Einwanderung müsse endlich als Ressource begriffen und dürfe nicht mehr als Problem abgetan werden.
Bisher bekommen in Italien geborene Immigrantenkinder lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung. Wer bis zum 18. Lebensjahr in Italien gemeldet ist, kann dann die Staatsangehörigkeit beantragen. Bischof Sigalini sagte, ein junger Mensch, der sein ganzes bisheriges Leben in Italien verbracht habe, sei ein Teil des Landes.
Der "Welttag der Migranten" steht in Italien heuer unter dem Titel "Junge Migranten: Ressource und Provokation". Die Frage der Staatsbürgerschaft sei von entscheidender Bedeutung für Erfolg oder Misserfolg der Migrationspolitik, betonte P. Gianromano Gnesotto, Leiter des Büros für Migrantenseelsorge in der Stiftung "Migrantes" der Italienischen Bischofskonferenz (CEI). P. Gnesotto forderte auch für die erwachsenen Einwanderer eine Verkürzung der Wartezeit bis zur Erteilung der Staatsbürgerschaft und die Möglichkeit der Doppelbürgerschaft.