Kinder haben ein Recht auf Religion
Salzburg, 14.2.08 (KAP) Kinder haben ein Recht auf Religion: Das war der Tenor bei einem Studientag der kirchlichen Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen in Salzburg. Erzbischof Alois Kothgasser und der Tübinger Religionspädagoge Prof. Albert Biesinger (der früher in Salzburg gelehrt hat) betonten dabei die Wichtigkeit religiöser Erziehung: Sie gebe Halt und Orientierung und vermittle den Kindern eine tiefe Geborgenheit.
Seine Besuche in Kindergärten seien "Begegnungen mit der Zukunft", erklärte Erzbischof Kothgasser. Das Fehlen religiöser Erziehung würde zu einer Verarmung führen. Religion sei ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft - gerade in einer multikulturellen Welt brauche es eine Anleitung, "wieder tiefer darüber nachdenken, was uns in der Frohbotschaft geschenkt ist", so Kothgasser. Die verschiedenen Konfessionen und Religionen sollten ein friedliches Miteinander suchen, ohne dabei das Trennende auszuklammern. Der Alltag mit muslimischen Kindern in katholischen Kindergärten und die Gestaltung multireligiöser Feiern sei "eine ständige Wegsuche", sagte der Erzbischof.
Prof. Biesinger trat in seinem Referat vehement dafür ein, Kinder und Jugendliche so zu begleiten, dass sie selbstbewusst im Glauben unterwegs sind. Es gelte "auf Augenhöhe mit Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften im Gespräch zu sein". Argumente für die Abschaffung von Gebet oder Nikolausfeier, weil sonst muslimische Kinder "ausgegrenzt" würden, bezeichnete der Religionspädagoge als "nicht nachvollziehbar". Kinder müssten vielmehr schon im Kindergarten verstehen lernen, warum die Christen Weihnachten und die Muslime Ramadan feiern. Religiöse und interreligiöse Bildung bezeichnete Biesinger als "eine zentrale Aufgabe der Zukunft". Dazu gehöre es, die Beziehung zu Gott täglich zu verlebendigen.
Um Religion "alltagstauglich" zu gestalten, bräuchten Kinder vor allem Rituale, betonte Biesinger. Den Morgen mit einem gemeinsamen Gebet, einem Lied oder einer kurzen Meditation zu beginnen, eröffne Zeit und Raum, sich mit Gott auszutauschen. Wichtig bei allem sei die Betonung eines positiven Gottesbildes: "Gott ist kein geheimer Erzieher, der dauerndbeobachtet, bestraft und richtet, er baut uns auf", sagte Biesinger.
