Enormes Interesse an CD der Mönche von Heiligenkreuz
Wiener Neustadt, 15.5.08 (KAP) Begleitet von großem internationalen Medieninteresse wurde am Donnerstag, 15. Mai, im Zisterzienserstift Heiligenkreuz die CD "Chant - Music for Paradise" präsentiert. Die CD enthält eine Auswahl der im Rahmen der täglichen klösterlichen Liturgie in lateinischer Sprache gesungenen gregorianischen Choräle. Die Besonderheit dieser CD gegenüber vorausgegangenen Aufnahmen ist die Produktion auf internationalem Niveau sowie die weltweite Vermarktung des Tonträgers durch die Produktionsfirma "Universal Music".
"Choral ist zuerst Gebet und Meditation"
Wie Abt Gregor Henckel-Donnersmarck betonte, dürfe man bei aller Freude über das große öffentliche Interesse und den Glanz eines solchen Produktes nicht übersehen, dass der Choral "nicht Musik, sondern in erster Linie Gebet sein will". Der Gregorianische Choral stelle die "älteste Form der Bibelmeditation überhaupt" dar, so Henckel-Donnersmarck, und zeichne sich als Gebet durch den Charakter der "Absichtslosigkeit und des puren Lobpreises Gottes" aus. Der Abt erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Worte Papst Benedikts XVI., der bei seinem Besuch im Stift Heiligenkreuz im September des Vorjahres den Choral als ursprünglichste Form des Lobpreises sowie als "Zeichen des Zeugnisses an die Welt" bezeichnet hatte. Daher könne man die jetzige Veröffentlichung auch als "Zeugnis des christlichen Glaubens" verstehen.
Image (img4) invalid or missing | Abt Gregor Henckel-Donnersmarck
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In Heiligenkreuz steht der Gesang des Gregorianischen Chorals auf dem Boden des Zweiten Vatikanischen Konzils, betonte der Abt. Die Tatsache, dass auf Latein gesungen werde, sei nicht in etwaiger vorkonziliarer Nostalgie begründet, sondern verdanke sich einzig der 1.500-jährigen Tradition des Choralgesangs. Außerdem eignet sich Latein als Liturgiesprache laut Henckel-Donnersmarck auch dazu, "ein wenig Verfremdung in die sonst so klare und glatte Sprache zu bringen und damit den Geheimnischarakter der Liturgie zu bewahren".
Der Erlös der CD wird nach Angaben des Abtes "zu 100 Prozent" in die Priesterausbildung fließen. So sollen durch die Einnahmen insbesondere Studenten aus Asien und Afrika unterstützt werden, die in Heiligenkreuz ihr Theologiestudium absolvieren wollen. Derzeit studieren in Heiligenkreuz 16 Studenten aus Vietnam, Sri Lanka und Afrika.
"Therapie für gestresste Seelen dieser Zeit"
Der Rektor der Päpstlichen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz, Pater Karl Wallner, sagte, die Musik des Gregorianischen Chorals habe neben ihrem spirituellen Gehalt auch einen "beruhigenden, geradezu therapeutischen Charakter" und könne "durchaus auch als Therapie für die gestressten Seelen dieser Zeit" angesehen werden. Daher habe er auch die Hoffnung, dass die CD außerhalb des kirchlichen Publikums auf Zuspruch und Interesse stoßen werde.
Die Aufnahmen fanden im April dieses Jahres in der Heiligenkreuzer Stiftskirche statt. Man habe sich bewusst dafür entschieden, die Aufnahme mit den 17 Brüdern und ihrem Kantor P. Simeon Wester in der Kirche vorzunehmen, um den geistlichen Charakter des Chorals zu bewahren. Den Sängern sei es wichtig gewesen, so P. Wallner, bei den Aufnahmen Richtung Altar und Kreuzreliquie zu singen.
Image (img3) invalid or missing | P. Karl Wallner, Dekan der Hochschule Heiligenkreuz
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Ausgewählt unter 200 Bewerbern
Zu der Kooperation mit "Universal Music" kam es auf Grund einer Anzeige in englischsprachigen Medien. Per Zeitungsannonce suchte das Unternehmen "the most beautiful sacred voices". Eine E-Mail von P. Wallner mit Hinweis auf einige Hörproben von vorausgegangenen Audiomitschnitten im Kloster gab schließlich am letzten Tag der Bewerbungsfrist den Ausschlag, dass Stift Heiligenkreuz aus mehr als 200 Bewerbungen ausgewählt wurde, berichtete Dickon Stainer, General Manager von "Universal Classics and Jazz". Er habe "nie zuvor einen solch schönen und klaren Choralgesang gehört", so Stainer bei der Pressekonferenz in Heiligenkreuz. Die Produktion sowie die Ausstattung der CD sei aufwendig und hochwertig und lasse auf einen großen weltweiten Erfolg hoffen.
Zu hören ist auf der CD u.a. die Begräbnisliturgie "In Paradisum", das tägliche Heiligenkreuzer Abendgebet sowie - als "Bonus-Tracks" - die Hymnen "Veni Creator Spiritus", der Introitus "Spiritus Domini" sowie "Factus est repente".
Die CD "Chant - Music for Paradise" wird ab Freitag, 16. Mai, österreichweit zu kaufen sein. (Informationen: Internet: www.chantmusicforparadise.com).