Schönborn würdigt verstorbenen Altbürgermeister Zilk
Zilk wurde 81 Jahre alt. Er war Zeit seines Lebens der Kirche sehr verbunden. Auch nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik 1994 setzte sich Zilk wiederholt für kirchliche Belange ein
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Kardinal Christoph Schönborn und der verstorbene Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk
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Bereits als Unterrichtsminister habe Zilk viele Initiativen für die katholischen Schulen und den konfessionellen Religionsunterricht gesetzt, erinnerte der Wiener Erzbischof. 1987 habe Zilk dann gemeinsam mit Kardinal Hans Hermann Groer nach einer Aufsehen erregenden Pressekonferenz des damaligen Dombaumeisters den Verein für den Stephansdom begründet.
Als Bürgermeister habe sich Zilk offen dazu bekannt, dass es kein Zufall ist, "wenn ein Gotteshaus, nämlich der Stephansdom, das Symbol der Stadt Wien darstellt". "Helmut Zilk war ein großer Medienmensch und ein Politiker, der ein Herz für die Leute hatte", sagte Kardinal Schönborn: "Aber er war nicht nur das, er war auch ein gläubiger Mensch". In der schweren Zeit nach dem Briefbombenattentat habe Zilk vielen Menschen gezeigt, "welche Kraft im Kreuz ist". Für Zilk sei es als Bürgermeister selbstverständlich gewesen, bei der Fronleichnamsprozession mitzugehen; "seine Gesinnungsfreunde haben diese Botschaft verstanden".
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Helmut Zilk und Flüchtlingshelferin Maria Loley
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Faber: Trauer um "großen Förderer des Stephansdoms"
Mit großer Betroffenheit reagierte auch Dompfarrer Anton Faber auf die Nachricht vom Todes des Altbürgermeisters. Wie Faber betonte, gehörte Helmut Zilk als Begründer des Vereins "Rettet den Stephansdom" zu den "großen Förderern" des Domes, zugleich habe er in seinem Leben zahlreiche "persönliche Glaubenszeugnisse" gesetzt.
Bereits bei der Weihe des restaurierten Turmkreuzes des Stephansdoms vor elf Tagen habe man um den kritischen Gesundheitszustand des Altbürgermeisters gewusst und gemeinsam mit dessen Ehefrau Dagmar Koller für die Genesung Zilks gebetet, so Faber.
Aus Anlass des Todes von Helmut Zilk wurde um 12 Uhr die zweitgrößte Glocke des Stephansdoms, die Stephanusglocke, geläutet. Außerdem wird im Eingangsbereich des Doms nahe den Kerzen ein Bild Zilks aufgestellt, um somit den Wienerinnen und Wienern die Möglichkeit zu geben, ihrer Trauer im Gebet Ausdruck zu verleihen, so Faber.
Image (img1) invalid or missing | Kirchliche Stimmen zum Tod Helmut Zilks
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Landau: Zilk hat soziales Profil Wiens geprägt
Der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau bezeichnete den Tod Helmut Zilks als "schweren Verlust für die Stadt, die Menschen und ganz Österreich". Zilk habe stets "offene Augen und ein offenes Herz für die Nöte der Schwächsten" gehabt, so Landau. Durch seine Initiativen während seiner Zeit als Wiener Bürgermeister habe Zilk "das soziale Profil Wiens entscheidend geprägt". Vieles von dem, was heute an sozialen Dienstleistungen selbstverständlich sei habe unter Zilk seinen Ausgang genommen, so Landau.
Konrad: Dank für Einsatz
Auch der Präsident des Vereins "Unser Stephansdom", Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad, zeigte sich tief betroffen vom Ableben Helmut Zilks. Für seinen Einsatz zu Gunsten des Stephansdoms gebühre Zilk großer Dank. Bis zuletzt habe Zilk die Arbeit des Vereins "Unser Stephansdom" mit Wohlwollen und großem Interesse unterstützt und mitverfolgt".
Lein: Altbürgermeister war "großer Humanist"
Den Verlust eines "großen Humanisten" betrauerte der Wiener evangelisch-lutherische Superintendent Hansjörg Lein nach dem Tod von Helmut Zilk. "Er war Symbol für eine Öffnung und Internationalisierung von Wien und für eine versöhnende Stadtpolitik, der alle Menschen und Religionen am Herzen lagen", sagte Lein. Der Altbürgermeister habe stets das Gemeinsame vor das Trennende gestellt. Besonders Zilks Eintreten gegen Faschismus und Rechtsextremismus blieben "für immer im Gedächtnis der Stadt verankert", sagte der Superintendent. Die evangelisch-lutherische Kirche verdanke Helmut Zilk "ein Klima der großen Offenheit und der Toleranz".