Schönborn empfing Vertreter der "Laien-Initiative"
Die Aufrechterhaltung der Pfarrseelsorge sei auch ihm ein Herzensanliegen, so der Wiener Erzbischof. Kardinal will "Memorandum" nach Rom weitergeben; äußerte sich auch zum Zölibat
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Wien (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat dieser Tage Vertreter der "Laien-Initiative" empfangen, die ihm ihr im Jänner veröffentlichtes "Memorandum" überreichten. Der Wiener Erzbischof sicherte den Vertretern der "Laien-Initiative" zu, dass er ihr "Memorandum" und die angeschlossenen 46 Erlebnisberichte aus Pfarrgemeinden an Rom weitergeben werde.
Er habe Verständnis für die Sorgen der "Laien-Initiative", betonte Kardinal Schönborn. Die Aufrechterhaltung der Pfarrseelsorge sei auch ihm ein Herzensanliegen, nicht zuletzt deshalb, weil die Pfarrgemeinden neben den Familien gerade in Krisenzeiten als soziale Basisnetzwerke immer wichtiger werden. Aber die Ursachen für den Priestermangel müssten noch viel gründlicher analysiert werden. Zweifellos hänge der Priestermangel auch damit zusammen, dass die Zahl der Menschen zunimmt, die der Kirche und dem Glauben sehr fern stehen.
Der Zölibat habe in der katholischen Kirche des lateinischen Ritus eine große Tradition, erinnerte Kardinal Schönborn bei der Begegnung mit den Vertretern der "Laien-Initiative". Großartige Gestalten vom Heiligen Pfarrer von Ars über Papst Johannes XXIII. bis zu Kardinal Franz König repräsentierten den Typus des zölibatären Priesters. Als Ordinarius für die Katholiken des byzantinischen Ritus in Österreich, deren Klerus zumeist verheiratet ist, habe er aber auch keinerlei Ängstlichkeit im Hinblick auf verheiratete Priester, betonte der Wiener Erzbischof.
Zugleich lud er die "Laien-Initiative" ein, "nicht nur langfristig unter Umständen Wünschbares, sondern auch konkret Mögliches" anzustreben. Die "Laien-Initiative" sollte daher ihr "Memorandum" durch einen Aufruf ergänzen, der junge Männer ermutigt, sich unter den geltenden Bedingungen für den Priesterberuf zu entscheiden. Seitens der Vertreter der "Laien-Initiative", die ihre Loyalität gegenüber den Bischöfen unterstrichen, wurde dies zugesagt.