Papst eröffnete feierlich das "Jahr der Priester"
Soll die über 400.000 katholischen Geistlichen an Ideale ihres Berufsstandes erinnern und für Priesternachwuchs werben. Heiliger Pfarrers Vianney von Ars im Mittelpunkt
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(Radio Vatikan) Mit einer Vesper im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. am Freitagabend feierlich das Priesterjahr eröffnet. Das Priesterjahr soll die weltweit über 400.000 katholischen Geistlichen an die Ideale ihres Berufsstandes erinnern und für Priesternachwuchs werben. Anlass der von Papst Benedikt selbst ausgerufenen Themenjahres ist das 150. Todesjahr des heiligen Pfarrers Jean-Marie Vianney von Ars (1786-1859), der am Ende des Gedenkjahrs zum Schutzpatron aller Priester erhoben werden soll. An der Eröffnungsvesper im Petersdom nahmen zahlreiche Kurienkardinäle und hohe Kleriker teil, darunter auch der neue syrisch-katholische Patriarch Ignace Youssef Younan. Zu Beginn des Abendgottesdienstes wurde in einer Prozession das konservierte Herz des heiligen Pfarrers von Ars in einem kostbaren Reliquienbehältnis in die Petersbasilika getragen. Der einfache französische Landgeistliche war durch seine seelsorgliche Begabung schon zu Lebzeiten in den Ruf der Heiligkeit gekommen.
Bei der Messe erinnerte der Papst an die hohe Verantwortung der Priester, deren Dienst „unverzichtbar für die Kirche und für die Welt“ sei und die als „Boten der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens“ wirken sollten. Dabei bezog er sich auch auf seinen Brief zum Priesterjahr von diesem Donnerstag. In dem Schreiben war Benedikt auf grundlegende Aufgaben der Priester eingegangen und hatte Priestertum als „Liebe des Herzen Jesu" definiert. Der heilige Pfarrer von Ars sei in dieser Hinsicht ein leuchtendes „Modell“ gewesen. Der Papst:
„Unsere Mission ist unverzichtbar für die Kirche und für die Welt. Sie verlangt von uns absolute Treue gegenüber Christus und unablässige Einheit mit ihm. Dieses In-seiner-Liebe-Sein fordert das Streben zur Heiligkeit, wie es uns Jean-Marie Vianney vorgelebt hat.“
Benedikt beklagte in seiner Predigt weiterhin Verfehlungen katholischer Geistlicher - wohl auch mit Blick auf kircheninterne Probleme wie die Causa Williamson und die Mißbrauchsfälle in kirchlichen Kinderheimen in Irland. Er verwies zum Beispiel auf Priester, die ihre Gläubigen mit
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„Privatlehren“ in die Irre führten oder ihnen durch Nachlässigkeit oder Schuld Schaden zufügten. All diese „Mängel, Grenzen und Schwächen“ müssten letztlich wieder zu Jesus zurückführen. Benedikt:
„Auch für uns, liebe Priester, gilt der Ruf zur Bekehrung und zur Rückkehr zur göttlichen Barmherzigkeit. Wir müssen mit trauriger Demut und ununterbrochen zu Jesus beten, so dass er uns vor dem schrecklichen Risiko bewahrt, denen Schaden zuzufügen, die wir retten sollen.“
Während des Priesterjahrs sind unterschiedliche Initiativen in den einzelnen Bistümern weltweit geplant. Seinen Abschluss findet das Themenjahr mit einem internationalen Priestertreffen vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rom.