Ein Drittel aller Spender folgt kirchlichen Aufrufen
300 Millionen Euro spendeten die Österreicher laut "Spendenstudie 2008" im vergangenen Jahr. Anteil der Spender an der Gesamtbevölkerung ist rückläufig, das Volumen gestiegen; Hoffen auf Absetzbarkeit
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Kirche hat großes Vertrauen bei Spendern |
Wien, 30.7.09 (KAP) Rund 300 Millionen Euro haben die Österreicherinnen und Österreicher im vergangenen Jahr gespendet. Das ergibt der aktuelle Zwischenbericht der Spendenstudie 2008, die am NPO-Institut an der Wiener Wirtschaftsuniversität in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Spendenwesen (ÖIS) durchgeführt wurde. Damit ist das Spendenvolumen im Vergleich zu Erhebungen aus früheren Jahren leicht gestiegen, obwohl der Anteil der Spender an der Gesamtbevölkerung rückläufig ist. Spendeten im Jahr 2000 noch drei Viertel der Österreichischen Bevölkerung, so waren es 2008 nur noch rund zwei Drittel.
Weiters geht aus der Studie hervor, dass die am 11. März im Nationalrat beschlossene Spendenabsetzbarkeit voraussichtlich 30 bis 40 Millionen Euro an zusätzlichen Spenden bringen wird. Die Liste der spendenbegünstigten Organisationen wird das Finanzministerium erstmals am Freitag veröffentlichen.
Allerdings würden sich die Österreicher bei ihrer Entscheidung, an welche Organisation sie spenden möchten, von der Möglichkeit der Absetzbarkeit wenig beeinflussen lassen, geht aus dem Zwischenbericht der Spendenstudie 2008 hervor. Trotzdem begrüße ein Großteil der Österreicher die Spendenabsetzbarkeit (rund 76 Prozent). Mehr als die Hälfte der Spender (53 Prozent) will von dieser Möglichkeit in Zukunft auch Gebrauch machen.
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Das Spendenvolumen ist 2008 gestiegen, die Zahl der Spender gesunken |
Die Spendenmotive der Österreicher sind nach wie vor ähnlich wie die Jahre zuvor. "Mitleid, Betroffenheit und etwas Gutes für Arme und Schwache tun sind immer noch die Hauptmotive für Spender, Geld zu geben", fasste Studienkoautor Christian Schober zusammen. Inwiefern die Absetzbarkeit den einzelnen Organisationen zugute kommen wird, hängt laut StudienkoautorinMichaela Neumayr vor allem von den betroffenen Organisationen selbst ab. Sie müssten für eine "größtmögliche Transparenz ihrer Aktivitäten" sorgen.
Ein Drittel folgt kirchlichen Aufrufen
Wie der Zwischenbericht zur Spendenstudie weiters verdeutlicht, genießt die Kirche bei Spendenfragen ein hohes Vertrauen. Ein Drittel aller Spenderinnen und Spender gaben an, bei Kirchensammlungen gespendet zu haben. Insgesamt spendeten 27 Prozent der Befragten für den Bereich Tierschutz, ein Viertel für die inländische Katastrophenhilfe. Rund 20 Prozent gaben Geld für "arme Menschen" sowie für "Kinder und Jugendliche", nur eine Minderheit von zwei bis drei Prozent spendete hingegen für Gewerkschaften, Berufsverbände oder auch für den Einsatz für Menschenrechte.
Zinslose Darlehen statt Spenden
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Gutes für Arme tun, ist Hauptmotiv zum Geben |
Ebenfalls erhoben wird im Spendenbericht die Bereitschaft unter den Österreichern, anstelle von "klassischen" Spenden gezielt zinslose Darlehen an Nonprofit-Organisationen zu vergeben. Rund 20 Prozent der Befragten zeigten sich bereit, unter einer Rückzahlungsgarantie ein solches Darlehen in Höhe von 1.000 Euro an eine Organisation zu vergeben. Der dadurch verfügbare Kapitalzuwachs für die Hilfsorganisationen wird vom Spendenbericht mit rund 1,7 Milliarden Euro angegeben.
"Weitergedacht könnte dies, direkt oder indirekt über eine Spezialbank enorme Finanzierungswirkung für Nonprofit-Organisationen haben", so die Autoren - insbesondere vor dem Hintergrund, dass rund 20 Prozent dieser Personen, die sich zu einem solchen Darlehen bereiterklären würden, aus der Gruppe der bisherigen Nicht-Spender stamme.
| » | Webtipp: |
| www.spendenrechner.at |