Christentum stiftet "Vertrauen, Hoffnung, Courage"
Der Grazer Bischof predigte beim Eröffnungsgottesdienstes des 65. "Europäischen Forums Alpbach". Christentum stiftet "Vertrauen, Hoffnung, Courage", so Kapellari
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Bischof Egon Kapellari |
Innsbruck, 25.8.09 (KAP) In einer Zeit der Krise benötigt Europa erneut "Vertrauen, Hoffnung, Courage" - allesamt Werte, die das Christentum der krisengeschüttelten Gesellschaft heute zu geben vermag. Dies betonte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari in seiner Predigt beim Gottesdienst zur Eröffnung des 65. "Europäischen Forums Alpbach". Wenn sich das Forum heuer dem Thema "Vertrauen" verschrieben habe, so könne es auch in dieser Hinsicht durchaus vom Christentum lernen, da das "Prinzip Vertrauen" - ebenso wie das im Vorjahr prägende "Prinzip Entscheidung" - zum Fundament des biblischen Glaubens gehöre.
Vertrauen und Entscheidungsfindung bedürfen jedoch eines festen Grundes. Wo dieser fehle, gerate "die Existenz von einzelnen Menschen und ihren Gemeinschaften aus dem Gleichgewicht". Der Glaube biete ein solches Fundament - und dies nicht nur im Blick auf die enge geschichtliche Verstrickung von Europa und Christentum, sondern auch im Blick auf die zukünftige Gestaltung Europas.
Selbst wenn das Gottvertrauen in Europa "vielerorts schwächer" werde und man Gott "an vielen Türen" wie einen Fremden behandle, so dürfe dies für Christen nicht ein "Anlass zu Jammer und Selbstmitleid" sein. Vielmehr gelte es, "Allianzen mit glaubenden und nicht glaubenden Menschen" zu suchen, "damit der Menschheit nicht sozusagen die Luft ausgeht", so Kapellari. Die Christen seien daher aufgerufen, "sich nicht aus der Öffentlichkeit verdrängen zu lassen oder sich gar selbst zu verstecken, sondern mitzudenken, mitzureden und mitzugestalten".
In diesem Kontext stelle das "Forum Alpbach" ein "Laboratorium für Erfahrung, Entscheidung und Vertrauen" dar. Bischof Kapellari würdigte das "Forum" als eine "Ideenbörse und Denkwerkstatt für Eliten aus dem In- und Ausland", in der "Perspektiven eröffnet und offen gehalten" werden.
Der Eröffnungstag des "Forums Alpbach" wurde traditionell als "Tirol-Tag" begangen und von der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck vorbereitet. Der Vormittag am "Tirol-Tag" stand unter dem Titel "Kultur-Räume". Dabei referierten und diskutierten die Schriftstellerin Sabine Gruber, der Innsbrucker Sprach- und Literaturwissenschaftler Prof. Martin Korenjak und Prof. Gerald Stieg vom Institut für Germanistik an der Pariser Sorbonne.
Nach einem Empfang durch das Land Tirol diskutierten die Bozener Kommunikationswissenschaftlerin Andrea Abel, die Innsbrucker Literaturwissenschaftlerin Ruth Esterhammer, der Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck, Johann Holzner, die Romanistin Prof. Ursula Moser, der Literaturwissenschaftler Prof. Wolfgang Pöckl sowie der Slawistik-Experte Wolfgang Stadler zum Thema "Wanderungen. Wege der Forschung". Den Abschluss des "Tiroltages" bildete am Abend ein Kulturprogramm mit der Eröffnung einer Ausstellung von Werken der Künstlerin Tanja Boukal und einem Konzert des "Wolfgang Muthspiel 4tets".
Bis zum 5. September werden insgesamt rund 500 Referentinnen und Referenten das Thema "Vertrauen" diskutieren. Erwartet werden zu den zahlreichen Vorträgen, Diskussionen und Panels rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 500 Studierende. Erwartet werden aber auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari, der türkische Europaminister Egemen Bagis und der deutsche Altbundespräsident Roman Herzog.
Religiöse und theologische Akzente setzen u.a. der Salzburger katholische Theologe Prof. Clemens Sedmak sowie der Wiener evangelische Theologe Prof. Ulrich Körtner.
| » | Webtipp: |
| www.alpbach.org |