Christliche Herzen finden einander auch im Internet
Christliche Partnerbörsen im Internet bringen Menschen mit gleicher Weltanschauung in Kontakt - und manchmal vor den Traualtar. Seriösität gesichert durch Teilnahmebedingungen. "Kathpress"-Reportage von Caroline Schulke
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Wien, 13.02.2010 (KAP) Sie heißen Kathtreff, Himmlisch-Plaudern, Gigaherz oder Feuerflamme. Die Rede ist von christlichen Partnerbörsen. Nach dem Motto "Gleich und gleich gesellt sich gern" bringen die Foren im Internet Menschen mit gleicher Weltanschauung in Kontakt - und manchmal vor den Traualtar.
"Mehrere Gründe sprechen für eine exklusiv-katholische Vermittlung", heißt es auf der Webseite kathtreff.org: "Durch die spezifisch katholische Lehre über den Menschen, die Familie und die Welt ist ein starker gemeinsamer Nenner gegeben, der in vielen übrigen Fragen um so mehr Toleranz und Verständnis für den anderen ermöglicht."
Das Ziel des Forums ist ebenfalls eindeutig benannt: "Teilnehmen können alle praktizierenden Katholiken ab 18, die kirchlich heiraten wollen." Schwarze Schafe werden dabei über einen Fragenkatalog ausfindig gemacht. Neben Angaben zu Alter, Augenfarbe und Beruf geben Interessenten auch Auskunft darüber, was ihnen Gott und die katholische Kirche bedeuten, welches Gebet sie am liebsten beten oder welche Heiligengestalt sie am meisten beeindruckt.
"Kathtreff" war Vorbild für andere
kathtreff.org war die erste deutschsprachige katholische Single-Website. Sie ging 2005 mit Unterstützung des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun ans Netz. Und auch der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner gibt dem Unternehmen via Grußwort auf deren Webseite seinen Segen. Ihre Seriosität sichert die Seite nach eigenen Angaben durch die Teilnahmebedingungen, eine ständige Betreuung und einen Teilnahmebeitrag, der bei 85 Euro im Jahr liegt. "Bis jetzt hatten wir wohl dank unseres katholischen Profils und eines Mitgliedsbeitrags keinerlei Probleme mit unseriösen oder unehrlichen Teilnehmern", sagt Betreiber Martin Kugler.
Seit dem Start von kathtreff.org ist der Markt bunter geworden - und unübersichtlicher. Sicher nicht alle Anbieter genießen die Unterstützung der Kirche. Derzeit liefert eine schlichte Suche im Internet nach christlichen Partnerbörsen fast 500.000 Treffer. Einige Seiten richten sich an Katholiken, andere allgemeiner an Christen, einige sind kostenpflichtig, andere gratis. Sie alle bieten die Vermittlung Gleichgesinnter an.
Für klassische Partnerbörsen hingegen spielt das Thema Glaube eher eine untergeordnete Rolle. "Wir fragen das nicht aktiv ab und haben es auch nicht in unsere Suchkriterien aufgenommen", sagt Tanja Knott, Sprecherin von parship.de. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Religion kein Ausschlusskriterium sei und Glück und Unglück einer Beziehung nicht von dieser Frage abhänge. Auf den frei zu gestaltenden Seiten könnten Kunden Glaube aber selbstverständlich thematisieren und täten das auch.
Für parship.de, so die Sprecherin, sei das Persönlichkeitsprofil entscheidend - also etwa Bauch- oder Kopftyp, intro- oder extrovertiert. In Konkurrenz zu den religiösen Spezialanbietern sieht die Sprecherin ihr Unternehmen insofern nicht; auch der sehr unterschiedlichen Größe wegen. Europaweit hat das Portal nach eigenen Angaben zehn Millionen Mitglieder; Zahlen für Deutschland gibt es nicht.
Erfolgreiche Nische am Markt
Sie liegt aber sicher deutlich höher als die Mitgliederzahl von kathtreff.org. In ihrer Nische zieht die Seite nach fast fünf Jahren ihres Bestehens und pünktlich zum Valentinstag aber eine positive Bilanz: Seit dem Start 2005 "haben über 4.000 Personen unser Angebot genutzt", sagt Kugler; "Von über 200 Mitgliedern wissen wir ihres Dankes wegen, dass sie sich verlobt beziehungsweise schon geheiratet haben." Allerdings sei die tatsächliche Rate wohl höher.
Einige der Verheirateten geben auf kathtreff.org Auskunft über ihre Geschichte. "Partner gefunden!", heißt die Rubrik. Andere sind indessen weiter auf der Suche. "Ich bin 28-jährig und stamme aus der Schweiz. Ich diente zwei Jahre in der Päpstlichen Schweizergarde und arbeite jetzt in der Bundesverwaltung", schreibt etwa Wallace. Und Rosa 777 wirbt für sich mit den Worten: "katholisch, marianisch, papsttreu" - vielleicht werden die beiden ja über himmlisches Geplauder Feuer und Flamme füreinander.
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