Tuesday 30. August 2016

Neuer  Erzbischof

Franz Lackner ist der neue Salzburger Erzbischof. Der Vatikan hat am Montag die Wahl des Salzburger Domkapitels bestätigt. Der 57-jährige Lackner ist der 91. Bischof von Salzburg, der 90. Nachfolger des heiligen Rupertus und der 79. Erzbischof.

Sobald Lackner, der ja bereits zum Bischof geweiht wurde, dem Domkapitel das päpstliche Ernennungsschreiben präsentiert, hat er von seiner Diözese "kanonisch Besitz ergriffen". Damit ist er mit allen Rechten und Pflichten Diözesanbischof von Salzburg. Das könnte sehr bald der Fall sein aber auch noch einige Zeit dauern. In Folge findet dann die feierliche Amtsübernahme statt, für die es derzeit freilich auch noch keinen Termin gibt.

Der neue Erzbischof von Salzburg Franz Lackner gilt als ein "Multitalent" in der österreichischen Bischofskonferenz. Der 57-jährige Geistliche, der knapp elf Jahre lang als Grazer Weihbischof wirkte, wird u.a. als guter Mittler zu Jung und Alt sowie zwischen Spiritualität und Sport geschätzt. Dass Lackner auf dem Dreiervorschlag von Papst Franziskus aufschien, überrascht auch angesichts seiner Mitgliedschaft im Franziskanerorden nicht, wo er bis zu seiner Bischofsweihe als Provinzial tätig war.

 




Franz Lackner wurde 1956 in der Gemeinde St. Anna am Aigen (Bezirk Feldbach) geboren und absolvierte in Bad Radkersburg eine Elektrikerlehre. Nach seinem Präsenzdienst 1977 war er 1978 und 1979 als UN-Soldat in Zypern tätig, wo er sich intensiv mit dem Glauben auseinandersetzte. Nach dem Humanistischen Aufbaugymnasium in Horn trat er 1984 in den Franziskanerorden ein, legte 1989 die ewige Profess ab und wurde am 23. Juni 1991 zum Priester geweiht. Er absolvierte nach dem Theologiestudium in Wien und einem Studienaufenthalt in Dublin (Irland) am "Antonianum" in Rom ein Doktorat über die "Einheit und Vielheit bei Duns Scotus" in Philosophie, das er mit "Summa cum laude" abschloss.

 


 

Stichwort: (Erz)Bischof
Der Diözesanbischof steht an der Spitze einer Teilkirche (Diözese). Damit ist er Mitglied des Bischofskollegiums und trägt gemeinsam mit dem Papst Sorge für die gesamte Kirche. Bischöfe werden vom Papst ernannt, bei abweichenden Bestellungsmodalitäten - wie etwa in Salzburg - werden sie vom Papst bestätigt. Das Bischofsamt ist die höchste Stufe des Weihesakramentes. Zuvor muss ein Bischof immer zum Diakon und dann zum Priester geweiht worden sein. Die Weihe zum Bischof erfolgt durch einen anderen Bischof.

 

Erzbischöfe stehen Diözesen mit besonderer Bedeutung - den Erzdiözesen - vor und haben die Leitung von Kirchenprovinzen inne. Eine Kirchenprovinz ist ein Verband mehrerer Diözesen der katholischen Kirche. In Österreich gibt es zwei Kirchenprovinzen: Wien und Salzburg. Zur Salzburger Kirchenprovinz gehören die Erzdiözese Salzburg sowie die Diözesen Graz-Seckau, Gurk-Klagenfurt, Innsbruck und Feldkirch. Zur Wiener Kirchenprovinz gehören die Erzdiözese Wien sowie die Diözesen St. Pölten, Eisenstadt und Linz.


An der Spitze der Kirchenprovinz steht ein Metropolit/Erzbischof. Diejenige Diözese, die Sitz des Metropoliten der Kirchenprovinz ist, heißt Erzdiözese. Neben den territorialen Erzbischöfen sind beispielsweise auch die Apostolischen Nuntien und ranghohe Mitarbeiter der vatikanischen Kurie Erzbischöfe.

 

Mit dem Empfang des Weihesakraments werden die Bischöfe zu Nachfolgern der Apostel und werden in der Kirche zu Hirten bestellt. Durch das Bischofsamt wird die Lehr- und Leitungsvollmacht, die Jesus den zwölf Aposteln übertragen hat, fortgesetzt. Die Verkündigung des Wortes Gottes, die Feier der Sakramente und der Leitungsdienst sind Kernaufgaben des bischöflichen Dienstes. Ein Diözesanbischof besitzt in jener Diözese, der er vorsteht, die volle Leitungs- und Weihegewalt.


Der Bischof ist erster Spender der Sakramente. Ihm allein vorbehalten ist das Spenden der Weihesakramente (Bischofsweihe, Priesterweihe und Diakonenweihe) und die Firmung (diese ist an Priester delegierbar). Auch die Spendung bestimmter Sakramentalien - wie etwa die Weihe der Heiligen Öle im Rahmen der Chrisammesse und die Kirch- und Altarweihe - bleiben dem Bischof vorbehalten.


Die Bischofsweihe ist eine Weihe auf Lebenszeit. Mit Vollendung des 75. Lebensjahres sind jedoch alle Diözesanbischöfe gemäß Kirchenrecht verpflichtet, dem Papst ihren Rücktritt aus dem Amt des Bischofs anzubieten.

Die Erzdiözese Salzburg im Portrait
Die im 8. Jahrhundert gegründete Erzdiözese Salzburg ist die älteste Diözese Österreichs, von wo aus weiten Teilen Mitteleuropas der christliche Glaube gebracht wurde. Heute beträgt die Zahl der Katholiken in der Erzdiözese Salzburg rund 484.000 (Stand 31.12.2012). Die Erzdiözese umfasst das Bundesland Salzburg sowie den östlichen Teil des Bundeslandes Tirol, insgesamt 9.715 Quadratkilometer. Zur Erzdiözese gehören heute 210 Pfarren, acht Seelsorgestellen sowie vier Wallfahrtskirchen mit eigenem Seelsorger.

 

In der Erzdiözese leben laut offiziellen Angaben 197 Diözesanpriester, von denen noch 140 im aktiven Dienst stehen, und 82 Ordenspriester, von denen 23 im Dienst der Erzdiözese arbeiten. Zudem sind 24 Priester von auswärts in der Seelsorge tätig. Unterstützt werden die Priester in der Seelsorge von 44 Ständigen Diakonen sowie rund 120 hauptamtlichen Laien.

 

Die Erzdiözese Salzburg ist gemeinsam mit Köln die älteste bestehende Erzdiözese im gesamten deutschen Sprachraum. 696 kam der Hl. Rupert und gründete das Stift Sankt Peter und das Frauenkloster auf dem Nonnberg. Er ließ wahrscheinlich um 700 eine große Kirche zu Ehren des hl. Petrus bauen. Bonifatius brachte 739 die päpstliche Bestätigung für die neu gegründete Diözese und legte die Grenzen fest. Zur Erzdiözese wurde Salzburg von Papst Leo III. am 20. April 798 erhoben. Das ist urkundlich gesichert. In etwa zur gleichen Zeit, möglicherweise auch einige Jahre früher, würde Köln zur Erzdiözese erhoben. Es existiert dazu aber keine Urkunde mehr.

 

Die Salzburger Kirchenprovinz umfasste zeitweise das gesamte altbairische Stammesgebiet, also den Großteil des heutigen Österreich und Bayern (außer Franken und Schwaben), das heutige Südtirol und Trentino, weite Teile Ungarns, Tschechiens, Sloweniens und der Slowakei.

 

Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die Erzbischöfe auch weltliche Herrscher Salzburgs und hießen fortan Fürsterzbischöfe. Erst die Säkularisation 1803 entzog den Salzburger Erzbischöfen die politische Macht. Der heutigen Kirchenprovinz Salzburg gehören neben der Erzdiözese Salzburg auch die Diözesen Gurk-Klagenfurt, Graz-Seckau, Innsbruck und Feldkirch an. Der Erzbischof trägt den Titel eines ständigen Legaten (Gesandten) des Papstes, dadurch auch das Purpur des Legaten, und führt den Ehrentitel "Primas Germaniae".

 



Gleich im Anschluss bis 1997 wirkte Lackner, ebenfalls an der vom Franziskanerorden geführten päpstlichen Universität "Antonianum", als Professor für Metaphysik, es folgte ein Forschungssemester in Bonn. 1999 wurde er zum Provinzial der Wiener Franziskanerprovinz gewählt und begann seine Tätigkeit als Professor für Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz.

Am 23. Oktober 2002 wurde Franz Lackner von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof der Diözese Graz-Seckau und zum Titularbischof von Balecium ernannt. Die Bischofsweihe empfing er im Grazer Dom am 8. Dezember 2002 durch Diözesanbischof Egon Kapellari, Erzbischof Alois Kothgasser und Bischof Johann Weber. In der Österreichischen Bischofskonferenz war er zunächst Referatsbischof für die Kinder- und Jugendseelsorge, während er in Graz die Agenden für die Ständigen Diakone, Jugendarbeit sowie geistliche Berufungen übernahm. Seit 2008 leitet er das Referat "Kirche und Sport" in der Bischofskonferenz und ist Zuständiger für den Kontakt zur charismatischen Erneuerung. Bischof Lackner ist außerdem auch Mitglied der Glaubenskommission.

Seinen "guten Draht" zur Jugend, aufgrund dessen Lackner einst Österreichs Jugendbischof und später der in der Diözese Graz für Jugendseelsorge Verantwortliche war, hat er sich bis zuletzt beibehalten: Bei zahlreichen Jugendbegegnungen, u.a. als Begleiter der österreichischen Teilnehmer beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro, spielte er eine zentrale Rolle.

"Legatus natus" und "Primas Germaniae"
Als Salzburger Erzbischof ist Lackner auch Metropolit der Kirchenprovinz Salzburg, zu der die Diözesen Gurk, Graz-Seckau, Innsbruck und Feldkirch gehören. Er trägt den Titel eines ständigen Legaten des Papstes ("Legatus natus") und tritt daher bei offiziellen Anlässen auch im Purpur des Legaten auf.

Der zweite Ehrentitel "Primas Germaniae" war zunächst mit dem Bischofsstuhl von Magdeburg verbunden. Nach dem Westfälischen Frieden (1648), als Magdeburg protestantisch geworden war, wurde der Titel auf Salzburg übertragen.

Quelle: Kathpress

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