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'Kratzer in der hoch polierten Fassade der US-Zivilreligion'
Foto von Sawyer Bengtson auf Unsplash

Theologe schrieb Trump-Buch

"Kratzer in der hoch polierten Fassade der US-Zivilreligion"

Wortlaut eines Interviews mit dem Salzburger Theologen und Religionswissenschaftler Andreas G. Weiß über sein neues Trump-Buch

26.04.2019

Bei seiner Vereidigung leistete Donald Trump den Amtseid mit der Hand auf zwei Bibeln ab; auch weiß sich der US-Präsident als gläubiger Christ zu inszenieren - und doch stellt seine Präsidentschaft nicht nur christliche Wähler auf eine harte Probe bzw. vor eine Gewissensentscheidung: auch die etablierte US-Zivilreligion an sich leidet unter dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. So lautet jedenfalls eine der Thesen des Salzburger Theologen und Religionswissenschaftlers Andreas G. Weiß, die er in seinem unlängst erschienenen Buch "Trump. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben" darlegt. Das Buch stellt den Versuch einer religionspolitischen Betrachtung und Deutung von Donald Trump dar und lotet zugleich die zivilreligiösen Folgen des "Ereignisses Trump" aus.

 

Das folgende Interview führte Henning Klingen

 


 

Herr Dr. Weiß, Ihr Buch versteht sich nicht etwa als eine Art "spirituelle Biografie" Donald Trumps, sondern Sie skizzieren den US-Präsidenten als ein "Ereignis". Was veranlasste Sie zu diesem Zugang - und wird Trump damit nicht vielleicht gar eine Ehre zuteil, die ihm als Person nicht zusteht...?

 

Wenn ich Trump als Ereignis beschreibe, dann gewiss nicht aus einer Ergebenheitsgeste heraus! Der Ereignisbegriff eignet sich aber insofern, als er - mit Slavoj Zizek gesprochen - einen Moment, eben ein Ereignis meint, durch das unser Koordinatensystem durcheinandergeworfen und neu strukturiert wird. Ereignisse sind immer Punkte in der Geschichte, an denen ein Einschnitt stattfindet. Das, was vor dem Ereignis gegolten hat, ist nach dem Ereignis in dieser Form nicht mehr vorhanden. In ihm tritt etwas eigentlich Unvorstellbares zutage und konfrontiert die Menschen mit der Endlichkeit ihrer Weltbilder. Und genau das hat Donald Trump gemacht: Niemand hat mit ihm 2016 gerechnet, auch seine heutige Politik ist ereignishaft, weil unkalkulierbar und alle diplomatischen Gepflogenheiten über Bord werfend.

 

Damit wird das Ereignis Trump zugleich zu einer großen Herausforderung - nicht nur für seine Gegner, sondern auch für die eigenen Leute, die eigenen Wähler, die nie wirklich wissen, was ihr Präsident als nächstes macht...

 

Ja, die Republikaner haben jetzt einen Präsidenten, der für ihre lange Zeit gültige Strategie und nach außen dargestellte Identität selbst eigentlich untragbar ist - eigentlich erwarten etwa evangelikale Christen vom Präsidenten, dass er ein liebender Familienvater, ein idealer und moralisch integrer Christ und ein fürsorglicher Staatsvater ist. All das erfüllt Trump nachweislich nicht und er bemüht sich auch nicht wirklich, seine biografischen Tiefen unter den Teppich zukehren. Trump inszeniert sich selbst und gefällt sich darin, dass er sich - eben auch gerade wegen seiner Skandale - als unangreifbar sichtbar macht.

 

Ihr Buch spielt bewusst im Untertitel auf das erste Gebot an: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Das Cover zeigt dazu Trump als Feldherrn, als Herrscher. Eine Anspielung auf eine Trump unterstellte Egomanie oder auf die spezielle Form politisch-theologischer Durchdringung in Amerika?

 

Trump wurde seit Amtsantritt immer wieder pathologisiert, psychologisiert, als gespaltene Persönlichkeit dargelegt etc. Ich glaube, das hilft nicht wirklich. Denn mit einer solchen Perspektive blendet man aus, was das Ereignis eigentlich ausmacht - nämlich die Tatsache, dass Trump nicht ein Eindringling ist, der von außen kam, sondern ein Geschehen, das die amerikanische Gesellschaft selbst hervorgebracht hat, und welches sie nun auf die Probe stellt. Und diese Gesellschaft ist nunmal bis in die politische Symbolsprache hinein stark religiös geprägt. Insofern ist das Cover natürlich zweideutig: Es spiegelt einerseits die Sichtweise wieder, mit der sich Trump als politischer Anführer gerne in Szene setzt, andererseits macht es aber auch zugleich die Außenwahrnehmung deutlich, die darin fast schon eine Karikatur des US-Präsidenten zeigt. Der Feldherr stellt ja auch eine Verbindung zum "memento mori" römischer Kaiser dar, denen bei Triumphzügen ständig ins Ohr geflüstert wurde, dass sie sich ihrer eigenen Sterblichkeit bewusst bleiben sollten. Diese Verbindung von fast religiösem Anspruch und politischer Macht ist ja keinesfalls neu.

 

Theologe schrieb Trump-Buch

 

Sie eignen sich dazu im Buch die These Robert Bellahs von der "Civil Religion", der amerikanischen Zivilreligion an...

 

Ja, Kern der US-Zivilreligion ist die seit den Gründertagen in den USA weit verbreitete Grundannahme eines Erwählt-Seins. Dieses wird durch öffentliche Riten und Symbole bestärkt und immer wieder erneuert. In den USA wird diese auch in aller Öffentlichkeit zur Schau gestellt. Man sieht darin keinen Widerspruch zur religiösen Unabhängigkeit des Staates. Man bekennt als US-Patriot, dass die USA einen Führungsanspruch in der Welt zu vertreten haben. Diese "patriotische Religiosität" des "God bless America" steht aber auch nicht im Widerspruch zur persönlichen Religion der Menschen. Klassische Spiritualität sowie die "Zivilreligion" existieren sozusagen parallel - man ist als US-Bürger einerseits davon überzeugt dass EIN Gott die USA erwählt hat, wie dieser dann aber von den einzelnen Menschen angebetet wird - ob in der Synagoge, der katholischen Kirche, einer evangelikalen Freikirche oder einem mormonischen Tempel usw. - wird dadurch nicht oder nur wenig beeinflusst.

 

Der US-Präsident fungiert in dieser "Civil Religion" als Garant des politischen Systems. Er macht die Erwählung der USA konkret fassbar und gibt ihr ein Gesicht. Die Person des Präsidenten bleibt dabei jedoch prinzipiell austauschbar. Donald Trumps Botschaft macht vielerorts aber einen anderen Eindruck. Er hat diesen Symbolgehalt umgedreht: Austauschbar sind plötzlich alle anderen, egal ob Ehefrauen, Bündnispartner oder politische Mitstreiter, - nur nicht mehr er als Präsident. Ein solcher Personenkult stellt nicht nur die demokratischen Institutionen der USA auf eine harte Probe - er ist auch eine Gefahr für das ganze System der Zivilreligion. Noch dazu beschädigen moralische Verfehlungen nicht nur die Person, sondern immer auch das Amt selbst. Das musste besonders Richard Nixon noch erfahren, aber selbst bei Bill Clinton waren seine persönlichen Skandale zugleich eine Beschädigung des Amtes. Sie hinterlassen Kratzer in der hoch polierten Fassade der US-Zivilreligion - da sind selbst die beliebtesten Präsidenten der US-Geschichte keine Ausnahme. Wer öffentlich im Amt "sündigt", der läuft Gefahr, dass er als politischer "Prophet" der Zivilreligion scheitert.

 

Der Politstil, den Trump etabliert oder besser: vervollkommnet hat, ist ein Stil permanenter Übertretung und Erregung. Auch das passt nicht recht zum zivilreligiösen Anspruch des Präsidentenamtes, das ja eigentlich für Stabilität stehen sollte.

 

Trump erklärt nicht nur den Ausnahmezustand zum Normalfall des Politischen, sondern - und darin liegt auch wieder eine gewisse theologische "Note" - er erklärt sich zum einzigen Souverän, der dem Ausnahmezustand gewachsen ist. Das erinnert an einen "Klassiker" der Politischen Theologie - den Staatsrechtler Carl Schmitt, der schon vor fast 100 Jahren formuliert hat: "Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet." Donald Trump ist in gewisser Weise ein gelehriger Schüler Carl Schmitts - zumindest in dieser Frage -, da er eine Politik des permanenten Ausnahmezustandes betreibt.

 

Lässt sich eigentlich etwas über die persönliche Religiosität Trumps sagen?

 

Diesbezüglich ist sicher vieles bloße politische Inszenierung. Was man aufgrund der biografischen Nachforschungen festmachen kann ist jedoch, dass sich Trump von der strengen Kirchlichkeit seiner Eltern bereits früh distanziert hat. Dennoch erkennt man in Trumps Lebensweg immer wieder religiöse Querverbindungen, bei denen man das Gefühl hat, eine unübersehbare Prägung bis heute zu spüren. Aus seiner familiären Sozialisation in der presbyterianisch-calvinistischen "Marble Collegiate Church" Ende der 1960er Jahre in Manhattan entstand eine interessante Freundschaft, die Trump auch in gewisser Weise "theologisch" bis heute prägt: Die persönliche Verbundenheit zum reformierten, 1993 gestorbenen Pfarrer Norman Vincent Peale. Dieser Pastor war zeitlebens ein Verfechter des Neo-Liberalismus und schon zu seiner Anfangszeit in Manhattan amerikaweit bekannt. In seinem in den 1950er Jahren erschienenen Werk "Die Kraft positiven Denkens" hat Peale eine Theorie über die Verbindung weltlichen, auch wirtschaftlichen Erfolges und einem stark egozentrischen Glaubensmodell entwickelt - eine Lehre, die aufgrund der persönlichen Freundschaft auch Trump selbst geprägt haben dürfte und in der er sich wohl auch angesichts seines wirtschaftlichen Erfolges bestätigt sieht. Wenn man Trumps Wirtschaftsratgeber sieht, aber auch wie er sich heute in vielerlei Hinsicht gibt, glaubt man - man verzeih mir den theologischen Ausdruck - eine Inkarnation von Peales Botschaft zu erkennen: Traue niemandem außer dir selbst, glaube an den Segen Gottes in dir, dass er dich erwählt hat und du wirst im Leben erfolgreich sein! Max Weber würde sich vermutlich freuen, hätte er diese calvinistische Theologie Peales noch miterlebt.

 

Blicken wir noch auf die katholischen Wähler und die katholischen Bischöfe. Auch die tun sich augenscheinlich schwer mit dem Präsidenten...

 

Ja. Die Katholiken - ebenso wie evangelikale Christen - stoßen sich natürlich an Trumps promiskuitivem Lebenswandel. Doch Hillary Clinton stellte für sie keine wirkliche Alternative dar, da sie von Trump sehr erfolgreich zur Patin eines verhassten Systems stilisiert wurde - sie war "mainstream", auch religiös betrachtet, und noch dazu war sie eine Frau. Trump stellte demgegenüber gewissermaßen das kleinere Übel dar, auch wenn die Wähler über seine moralischen Verfehlungen wussten. Für die katholischen Bischöfe ist Trump und besonders seine Attacken gegen Einwanderer aus Süd- und Mittelamerika ein richtiges Dilemma: Wenn sie sich auf die Seite der wachsenden Gruppe katholisch geprägter Zuwanderer stellen, hieße das zugleich, Kritik an Trump und seinem Abschottungskurs etwa gegenüber Mexiko üben zu müssen. Wenn sie sich gegen Trump stellen, stehen sie jedoch zugleich in der Gefahr, sich gegen jene Werte zu stellen, die sie etwa in Fragen des Lebensschutzes oder der Lebenspartnerschaftsmodelle mit der Republikanischen Partei Trumps verbinden. Anders gesagt: Die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche steht in den USA auch im Blick auf ihr Verhalten zu Donald Trump auf dem Spiel.

 

Welche Prognose geben Sie abschließend für den nächsten US-Präsidentschafts-Wahlkampf 2020 ab? Wird es bei einer Amtszeit Donald Trumps bleiben?

 

Man kann im Blick auf Trump zwei Fehler machen: Man kann ihn überschätzen und unterschätzen. Man kann ihn zum Ende der westlichen Gesellschaft stilisieren oder ihn politisch als erledigt und chancenlos darstellen. Beides wird dem Ereignis nicht gerecht. Das haben im Übrigen auch die Midterm-Elections gezeigt. Wenn es den Demokraten nicht gelingt, eine ernsthafte und glaubhafte Alternative anzubieten, dann darf man Trump auch 2020 nicht abschreiben.

 

Andreas G. Weiß

 

Das Buch "Trump. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Was wir nie für möglich hielten, hat uns schon verändert" ist im Patmos-Verlag erschienen.


Dr. Andreas G. Weiß ist Theologe und Religionswissenschaftler mit Forschungsaufenthalten in den USA. Der Referent im Katholischen Bildungswerk Salzburg ist Mitglied der "American Academy of Religion" (AAR) und u.a. Gastautor in der "Furche" und den "Salzburger Nachrichten".

 

Quelle: Kathpress / Info-Dienst

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