![PRA [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]](/img/f1/e8/9224956db92f591cb83b/-Al_Nakba_-_Graffiti_-_Nazareth.jpg)
"Pax Christi" fordert Menschenrechte für Palästinenser ein
Die katholische Friedensbewegung "Pax Christi" hat in einer Stellungnahme anlässlich des palästinensischen Gedenktages der Vertreibung von 1948 grundlegende Menschenrechte für die Palästinenser gefordert und Kritik an Israel und den USA geübt. Die internationale Gemeinschaft solle energisch auf einen Friedens- und Versöhnungsprozess drängen, "der die menschliche Würde und die Rechte von Palästinensern und Israelis gleichermaßen anerkennt und schützt". Dies könne nur durch einen konsequenten Einsatz für internationale Rechte und die seit Jahrzehnten missachteten UN-Resolutionen erreicht werden, hielten "Pax Christi International" und deren Österreich-Zweig in ihrer Aussendung am Donnerstag fest.
Zudem macht die Friedensbewegung auf die "verheerende Auswirkung" aufmerksam, die die kürzlich erfolgte Einstellung jedweder Hilfe für die Palästinenser durch die Trump-Regierung - einschließlich der Mittel für das UN-Hilfswerk und der Agentur für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) - habe. Die humanitäre Situation der 5,4 Millionen registrierten Flüchtlinge in den von Israel besetzten Gebieten, einschließlich jener in Ostjerusalem und dem Gazastreifen, und in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern Libanon, Jordanien und Syrien werde immer schlimmer; gerade für die vielen Jugendlichen seien die Folgen ausbleibender Finanzhilfen dramatisch. Die internationale Gemeinschaft müsse sicherstellen, dass die durch die US-Politik entstandenen Engpässe notwendige humanitäre Dienstleistungen nicht ausbleiben.
Pax Christi äußerte sich anlässlich der "Nakba" (arabisch für "Katastrophe"), derer die Palästinenser in der West Bank, in Gaza, Ost-Jerusalem, Israel und in der Diaspora am 15. Mai gedenken. Zwischen 1947 und 1948 habe die "willkürliche Zerstörung von über 400 palästinensischen Städten und Dörfern" stattgefunden, damit verbunden der "planmäßige gewaltsame Exodus" von mehr als 750.000 Menschen aus ihren angestammten Häusern, "um Platz für den Staat Israel zu schaffen". Pax Christi bedaure, dass die israelische Regierung es für ungesetzlich erklärt hat, die "Nakba" in Israel anzuerkennen, und dass sie vielen ihrer Bürger das Recht verweigere, ein für Palästina historisch bedeutsames historisches Ereignis zu begehen.
"Katastrophe" dauert bis heute an
Zugleich stehe die "Nakba" für eine bis heute andauernde Katastrophe für Palästinenser, wies Pax Christi hin. Es werde weiterhin Land enteignet, "um Platz zu machen für illegale israelische Siedlungserweiterungen, Hauszerstörungen, Zerstörung uralter Olivenhaine und die Verweigerung des Rechts auf Rückkehr". Bereits die fünfte Generation von Palästinensern sei entweder als vertriebene Flüchtlinge geboren worden, lebe als staatenlose Personen unter israelischer Militärbesatzung, als Gefangene einer von Israel und Ägypten verhängten Land-, Wasser- und Luftblockade oder "als zweitklassige Bürger in Israel".
Pax Christi erinnerte an die bereits 1947 verabschiedete UN-Resolution 181, die die Teilung des Mandatsgebiets Palästina in einen arabischen und einen jüdischen Staat forderte. Ein Jahr später sei die Resolution 194 gefolgt, die den Palästinensern das Recht auf Rückkehr oder Entschädigung zusprach. Trotz oftmaliger Bestätigung durch die UNO sei keine dieser Resolutionen umgesetzt, noch der Staat Israel zur Rechenschaft gezogen worden, kritisierte die katholische Friedensbewegung.
Die Lage sei bis in die Gegenwart explosiv: Im März 2018 hätten Großdemonstrationen ein Ende der elfjährigen israelischen Blockade von Gaza und das Rückkehrrecht der Palästinenser in ihre angestammten Häuser gefordert. Seither wurden laut Pax Christi 195 Palästinenser - darunter klar gekennzeichnete Sanitäter, Journalisten und 41 Kinder - getötet und 29.000 Menschen verwundet.
Quelle: kathpress