
Bischofsvikar Vieböck wurde 70 und dachte an Niki Lauda
Der Linzer Bischofsvikar und Dompropst Wilhelm Vieböck hat am Mittwoch im Rahmen eines kleinen diözesanen Festes im Bischofshof seinen 70. Geburtstag gefeiert. Der Jubilar bedankte sich bei Bischof Manfred Scheuer sowie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die entgegengebrachte Wertschätzung und das gute Miteinander. Wenn er an den gleichaltrigen Niki Lauda denke, der an diesem Mittwoch in Wien zu Grabe getragen werde, sei er besonders dankbar, seinen Geburtstag bei guter Gesundheit feiern zu dürfen, betonte Vieböck.
Der Bischofsvikar zog Parallelen zwischen der Weberei, dem Beruf seiner Eltern, und seinem Wirken als Priester: "Beim Weben werden Längs- und Querfäden in kunstvoller Weise zu etwas Schönem, Brauchbaren gemacht - da sehe ich einen Bezug zu meiner Tätigkeit in der Diözese Linz." Von allen Ämtern und Funktionen, die er in den vergangenen Jahrzehnten innehatte, habe er sich "keine einzige selbst ausgesucht - aber letztlich hat sich alles gut gefügt", so Vieböck im Rückblick.
Bischof Scheuer bezeichnete den Jubilar als Integrationsfigur mit großer Bedeutung für die Diözese. Der Bischof ging auf den Zusammenhang zwischen der Weberei und der Theologie ein:
In der Bibel werden unterschiedliche Berufe Gottes genannt: Architekt, Gärtner, Töpfer, Arzt, Lehrer, Richter - und auch Weber. Es gibt das Bild von Gott, der unser Leben zu einem schönen Bild webt. Es gibt also durchaus Analogien zwischen dem Beruf, den dein Vater für dich vorgesehen hatte, und deiner Berufung als Priester.
Er habe nicht erst in den dreieinhalb Jahren seit seiner Amtseinführung in Linz schätzen gelernt, was Wilhelm Vieböck für die Diözese bedeute, so Scheuer. Der Diözesanbischof würdigte seinen Bischofsvikar als "einen, der auch in Zeiten großer Spannungen die gute Gabe der Unterscheidung, der Einordnung und des Zusammenbringens hat" und der Dinge und Menschen grundsätzlich "mit einem aufbauenden und wohlwollenden Blick" betrachte. Dies erlebe er auch immer wieder bei den gemeinsamen einwöchigen Dekanatsvisitationen, betonte Scheuer. "Du verbindest Nüchternheit und Realitätssinn mit Hoffnung und Zuversicht - das schätze ich besonders an dir", dankte der Bischof dem Jubilar für dessen jahrzehntelanges Wirken in der Diözese Linz.
Beliebter Seelsorger und LASK-Fan
Wilhelm Vieböck, der Neffe des einstigen Seelsorgeamtsleiters Prälat Franz Vieböck, wurde am 29. Mai 1949 in Helfenberg geboren. Nach seiner Gymnasialzeit am Bischöflichen Gymnasium Petrinum in Linz trat er ins Linzer Priesterseminar ein und studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort wurde er 1974 zum Priester geweiht. Anschließend war er Kooperator in Lenzing und in der Stadtpfarre Gmunden. 1977 wurde Willi Vieböck Seelsorger der Katholischen Jugend/Land und ein Jahr später, 1978, Diözesanjugendseelsorger sowie Geistlicher Assistent der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend und Jungschar. 1982 wurde Vieböck schließlich Bundesseelsorger der Katholischen Jugend Österreichs und Rektor des Katholischen Jugendwerks. Ab 1988 war Vieböck Pfarrer von Sierninghofen-Neuzeug, bis er 1992 zum Direktor des Pastoralamtes der Diözese Linz bestellt wurde. Diese Funktion sollte er 25 Jahre lang, von 1. September 1992 bis 31. August 2017, innehaben.
1998 wurde er von Bischof Maximilian Aichern zum Bischofsvikar für pastorale Aufgaben ernannt - ein Amt, in dem er nach Aichern und dessen Nachfolger Bischof Ludwig Schwarz auch den amtierenden Bischof Manfred Scheuer unterstützt. 1996 wurde Vieböck ins Linzer Domkapitel berufen, seit 2014 steht er als Dompropst diesem Gremium vor. Seit 21 Jahren ist Vieböck auch Herausgeber der "KirchenZeitung" der Diözese Linz.
2017 verabschiedete er sich als Pastoralamtsdirektor. Für seine Verdienste wurde er im September 2017 vom damaligen Landeshauptmann Josef Pühringer mit dem Großen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.
Der beliebte Seelsorger hat regelmäßig "das Ohr bei den Menschen", etwa bei den Dekanatsvisitationen oder bei Pfarrfirmungen. Kraft tankt der Jubilar beim Wandern - und auch auf dem Fußballplatz ist er immer wieder einmal anzutreffen, wenn er "seinen" LASK leidenschaftlich anfeuert.
Quelle: kathpress