
Kirchlicher Kommunikationsprofi Kaineder mit neuem Buch
"Anpacken, nicht einpacken! Für Gemeinschaft, die begeistert", heißt das neue Buch des kirchlichen Kommunikationsexperten Ferdinand Kaineder. Darin macht er sich Gedanken, wie die Kirche im Leben der Menschen wieder einen stärkeren Platz bekommen, das Pfarrleben aufblühen und der Glaube vor Ort lebendig erfahren werden kann. Das Buch sei damit ein "Aufruf zum Aufbruch und zur Hinwendung zum Guten", wie der Autor betont.
Der Ausgangsbefund Kaineders für den aktuellen Zustand der Kirche fällt in seiner neuen Publikation drastisch aus: "Wenn wir heute in kirchliche Häuser eintreten, dürfen wir damit rechnen, dass wir von einer Art Struktur-Nirwana umgeben sind. Wir sehen die Akteure hin und her pendeln zwischen Überforderung und Wurschtigkeit."
Es herrsche eine "Ohnmacht, aus der geschäftig herausgearbeitet wird", so der Theologe wörtlich. Zudem liege die "Hierarchiekirche" am Boden und reduziere sich "im Sterbevorgang ganz auf sich selbst und hütet, beschützt, verteidigt ihre Privilegien, ihre Güter und ihre monetären Ressourcen".
Wenn nun "die Hierarchiekirche die Reformen nicht macht, muss die Synodalkirche die zukunftsnotwendigen Reformen einfach tun", so die Konsequenz für Kaineder. Aus seinen eigenen positiven Erfahrungen heraus beschreibt er, was die Kirche von verschiedenen Vereinen und Gemeinschaften lernen kann: Auf Teilhabe, Dazugehörigkeit und Verständnis kommt es demnach an; auf Mut, Neues zu denken, Mut, andere Wege einzuschlagen aber auch Mut zu scheitern. Daraus hat der Autor sein sogenanntes "Dreiraummodell" entwickelt, das er als Vorlage sieht, um Kirche wieder neu aufzustellen und zukunftsfähig zu machen.
Ihm selbst sei es immer wichtig gewesen, so Kaineder, "Klarheit zu gewinnen, Lebendigkeit zu schüren, zu ermutigen, sich nicht bremsen zu lassen und die tiefe Begründung als Christ oder Christin nicht aus den Augen zu verlieren, die Lebendigkeitsquelle in Gott selbst. Ermutigung, Weite und eine fröhliche Tiefe waren mein Anliegen." Sein Engagement habe er immer dann als nährend und stärkend erlebt, "wenn ich gemeinsam mit anderen in die Wirklichkeit eingetaucht und durch sie hindurchgegangen bin. Oft gelungen und auch gescheitert."
Kaineder war von 2012 bis 2019 Leiter des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreichs und zuvor über Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen in der Diözese Linz tätig. Buchpräsentationen gibt es u.a. am Montag, 7. September, um 19 Uhr in der Linzer Pfarre St. Markus in Urfahr (Gründbergstraße 2) und am Donnerstag, 10. September, um 11 Uhr im Quo Vadis - Begegnungszentrum der Ordensgemeinschaften in Wien (Stephansplatz 6, Zwettlerhof).
(Ferdinand Kaineder: "Anpacken, nicht einpacken! Für Gemeinschaft, die begeistert.", Herder-Verlag 2020)
Quelle: kathpress