
Marketz lobt seinen Namenspatron Josef als "Visionär"
Als Vorbild für Eheleute und Familien hat Bischof Josef Marketz den heiligen Josef bezeichnet. Sein Namenspatron, der auch Schutzpatron von Kärnten, Steiermark, Tirol und Vorarlberg ist, habe gemeinsam mit Maria als "Patchwork-Familie" Jesus vorgelebt, "wie sich mit dem Hinhören auf den Geist Gottes auch den Kindern eine Freiheit eröffnet, die sie zu einer individuell ausgerichteten Lebensgestaltung und zugleich tiefen Mitmenschlichkeit führt". Die von Josef verkörperten Tugenden Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Liebe und Treue belächle man heute zwar als altmodisch, doch sehnten sich zugleich die allermeisten Menschen danach, schrieb Marketz in der Kärntner Kirchenzeitung "Sonntag" (aktuelle Ausgabe) zum kirchlichen Hochfest des Heiligen (19. März) im laufenden "Jahr des heiligen Josef".
Auch wenn man sich ohne den heiligen Josef die Menschwerdung Jesu nicht vorstellen könnte, bleibe er sowohl in den biblischen Erzählungen als auch in den meisten Krippendarstellungen am Rand des Geschehens, bemerkte der Bischof, und weiter: "Wortlos beobachtet er, wie seine Träume Wirklichkeit werden." Der im Traum mehrmals von einem Engel heimgesuchte Josef sei "kein Träumer, sondern ein Visionär" und "einer, dem der Wille Gottes sich erschließt und mit großer Entschiedenheit seine Handlungen bestimmt". An Maria, Josef und Jesus könne man lernen, "dass der Zusammenhalt stärker ist als die Bedrohung, dass Liebe Ängste, Missverständnisse und Enttäuschungen überwindet, dass die Überforderung auch einen sicheren Ort hat, wo sie sein darf und sich in Kraft wandelt". Derartige Orte wolle die Kirche für möglichst viele Menschen anbieten.
Statt mit dem veralteten Begriff "Nährvater" bezeichnet Marketz Josef lieber mit den Titel "Behüter seiner Familie". Dies erinnere auch an den Auftrag Gottes an den von ihm erschaffenen ersten Menschen, den Garten Eden zu bebauen und zu behüten. Gott wolle eine von Liebe geprägte Lebensordnung auf der Erde schaffen und bewahren, wobei ihm viel an der Mitarbeit des Menschen gelegen sei, so der Bischof. Die von ihm eingeforderte gegenseitige Behüten - durch liebende Aufmerksamkeit und Verantwortung füreinander sowie Achtung vor jedem Geschöpf - sei auch in der aktuellen Corona-Epidemie für das Funktionieren der Gesellschaft vonnöten.
"Erstaunt und ergriffen zugleich" äußerte sich Marketz über die biblischen Schilderungen des Verhaltens Josefs gegenüber Maria: Er sei von der Liebe zu ihr selbst dann nicht abgerückt, als er erfuhr, "dass Gott mit ihr etwas Besonderes vorhat, etwas, was seinen eigenen Lebensplänen zuwiderläuft". Josef habe seine Verlobte vor den Zugriffen der Bevölkerung und wohl auch der Priesterschaft geschützt und habe mit ihr Armut und Vertreibung im Vertrauen auf Gottes Führung ertragen. Ohne den Glauben "Gott wird hinzufügen" - so die wörtliche Übersetzung von "Josef" aus dem Hebräischen - könne auch er selbst seinen Dienst als Bischof nicht ausüben, bekannte Marketz. Gott verleihe dem Menschen auf diese Weise immer wieder "neue, ungeahnte Dimensionen" für sein Leben.
Quelle: kathpress