
Initiative "Kinderarbeit stoppen" ersucht Wolfgang Sobotka um Hilfe
Vertreter der von Dreikönigsaktion, "Jugend Eine Welt", Fairtrade, Gewerkschaft und Kindernothilfe getragenen Initiative "Kinderarbeit stoppen!" haben nach Justizministerin Alma Zadic Mitte Juni nun auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka um Unterstützung im Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern gebeten. Laut einer Aussendung der Dreikönigsaktion am Dienstag bezeichnete dieser bei einem Besuch von Bündnisvertretern Kinderarbeit als Missstand, der in Politik und Wirtschaft stärker thematisiert werden müsse, der aber auch von Konsumenten beim Einkauf zu berücksichtigen sei: "Wir alle können mithelfen ausbeuterische Kinderarbeit in globalen Lieferketten zu stoppen."
Die Initiative "Kinderarbeit stoppen" sieht in Österreich Nachholbedarf: EU-weite Gesetzesinitiativen zu verbindlichen Sorgfaltspflichten würden die Hoffnung bestärken, "dass Österreich nachzieht und sich zur Kontrolle von Menschen- und Umweltrechten in globalen Lieferketten verpflichtet". So habe der deutsche Bundestag vor einem Monat ein Lieferkettengesetz verabschiedet, das auch hierzulande als Vorlage dienen könnte. Und ein Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission für eine europaweite Regelung solle noch dieses Jahr folgen, erinnerte die Dreikönigsaktion. Dies seien "wichtige Schritte in die richtige Richtung mit großer Vorbildwirkung", die auch Österreich und andere europäische Staaten zum Nachziehen motivieren solle.
Österreich verpflichtete sich im Rahmen der Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung, zur weltweiten Abschaffung von Kinderarbeit bis 2025 beizutragen. Ein entsprechendes Gesetz könnte Unternehmen dazu verpflichten, bei ihren Lieferketten ihrer Verantwortung in Bezug auf die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards nachzukommen, regte die Dreikönigsaktion an.
Im Internationalen Jahr gegen Kinderarbeit sei ein entsprechendes Gesetz notwendiger denn je, verwies die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Jungschar aus jüngst vorgelegte "schockierende" UNICEF-Zahlen: 160 Millionen Kinder seien von Kinderarbeit betroffen und ihre Zahl steige weiter. Die Bemühungen, der Ausbeutung ein Ende zu setzen, seien bis dato gescheitert.
Sobotka: Es wird "Kindheit geraubt"
Fast 5.000 Menschen in Österreich machten laut der Aussendung zuletzt bei der Online-Foto-Aktion "Zeige Deine Hand gegen Kinderarbeit" mit: "Jedes einzelne Bild ein klares Nein gegen Kinderarbeit - und ein Auftrag an das österreichische Parlament, aktiv zu werden." Die Unterstützungsbotschaften wurden Nationalratspräsident Sobotka am Montag mit der Bitte übergeben, ein Zeichen gegen Ausbeutung zu setzen.
Sobotka begrüßte die Initiative ausdrücklich und zeigte sich betroffen vom Ausmaß des Problems: "Millionen Kinder werden dazu gezwungen, ausbeuterische Arbeiten zu verrichten. Sie müssen Tätigkeiten nachgehen, die gegen die weltweit gültigen Kinderrechte verstoßen und sie am Schulbesuch hindern. Den Betroffenen wird Ausbildung und Kindheit geraubt."
Quelle: kathpress