
Studie bescheinigt dem "Fairtrade"-Siegel Top-Werte
Das "Fairtrade"-Gütesiegel hat bei einer Konsumentinnen- und Konsumenten-Befragung Spitzenwerte erhalten: 95 Prozent der Befragten gaben an, das Siegel zu kennen, 88 Prozent, "Fairtrade" zu vertrauen. Das bedeute den ersten Platz bei der Bekanntheit weltweit und auch Platz eins beim entgegengebrachten Vertrauen in Österreich, informierte das "Fairtrade"-Netzwerk in einer Aussendung am Dienstag. Hinter der Erfolgsgeschichte steckt ein national wie auch international weitverzweigtes, kirchlich mitgetragenes Netzwerk; so engagieren sich im "Fairtrade"-System 25 Organisationen, 100 Länder, 1.000 Mitarbeitende und 2 Millionen Bauern und Bäuerinnen sowie Beschäftigte.
Das "Fairtrade"-Gütesiegel in Österreich, das für fairen Handel und gerechte Bezahlung von Erzeugern steht, wurde heuer 30 Jahre alt. "Seit damals ist das Siegel immer bekannter geworden und genießt in der heimischen Bevölkerung großes Vertrauen", freute sich Geschäftsführer Hartwig Kirner. Das erste Produkt in den Verkaufsregalen war 1993 Fairtrade-Kaffee.
Durchgeführt wurde die Befragung von "GlobeScan"; in Österreich wurden rund 1.000 Personen befragt. Die Ergebnisse zeigten ein sehr hohes Vertrauen in das Gütesiegel sowie eine große Kaufbereitschaft, hieß es. So gaben 75 Prozent aller Befragten an, in den letzten sechs Monaten mindestens ein Fairtrade-Produkt gekauft zu haben, was einen internationalen Spitzenwert darstelle, so das Netzwerk. Weiter kaufen 49 Prozent aller Österreicher, die das Fairtrade-Siegel kennen, regelmäßig dessen Produkte; weitere 41 Prozent kaufen gelegentlich fair gehandelte Produkte ein; außerdem sind 66 Prozent bereit, etwas mehr für "Fairtrade"-Produkte zu bezahlen.
"Diese Spitzenwerte sind kein Zufall - Österreich hat seit Jahren eine starke Bewegung, die den fairen Handel unterstützt und wir haben ein starkes Netzwerk aufgebaut, das neben der Zivilgesellschaft auch andere NGOs, Unternehmen und auch politische Stakeholder umfasst", erläuterte Kirner. Das Fairtrade-Netzwerk sei neben seiner Bekanntheit auch sehr gut vernetzt, etwa mit internationalen Partnerschaften, unter anderem mit der Europäischen Kommission und der Europäischen Union, aber auch mit Regierungen, Gewerkschaften und anderen NGOs. Dies sei auch dringend nötig, um die gesteckten Ziele zu erreichen, betonte Kirner. So sollen in den kommenden Jahren noch höhere Absätze zu Fairtrade-Bedingungen für die Menschen in den Ursprungsländern erreicht werden.
Kirche fördert "Fairtrade Österreich"
Unterstützt wird "Fairtrade Österreich" von wichtigen Playern der Zivilgesellschaft, darunter sind viele kirchliche wie die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, die Caritas, die Katholische Frauenbewegung, die Katholische Jugend, "Jugend Eine Welt" oder "Horizont3000".
"Fairtrade Österreich" (voller Name: Verein zur Förderung des fairen Handels mit den Ländern des Südens) ist ein 1993 gegründeter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Wien. Er vergibt in Österreich das Fairtrade-Siegel für den fairen Handel mit dem Globalen Süden. Das übergeordnete Ziel von "Fairtrade Österreich" ist ein entwicklungspolitisches: die Minderung von Armut in Asien, Lateinamerika und Afrika. Kleinbauern und Plantagenarbeiter sowie ihre Familien und Gemeinden sollen gefördert und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert werden.
Vorsitzende von Fairtrade Österreich ist sei Mai dieses Jahres Johanna Mang; ehemalige Geschäftsführerin des WWF Österreich und Mitarbeiterin der Austrian Development Agency. Zuvor war der frühere Caritas-Präsident Helmut Schüller von 2007 bis 2023 Vorsitzender. Im Vorstand sind als Kirchenvertreterinnen und -vertreter Teresa Millesi von der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Johannes Sieder (Katholische Jugend), Annie Van den Nest (Katholische Frauenbewegung), Mita Johnson (Caritas) und Petra Herout (Horizont3000). Geschäftsführer ist Hartwig Kirner. (Info: www.fairtrade.at)
Quelle: kathpress