
Schönborn: Österreichweites Glockenläuten "Weckruf gegen den Hunger"
Zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Lebensmitteln hat Kardinal Christoph Schönborn aufgerufen. In seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "heute" erinnerte der Kardinal daran, dass an diesem Freitag um 15 Uhr österreichweit in rund 3.000 Kirchen die Glocken läuten. Dieses Mal nicht nur als Erinnerung an die Sterbestunde Jesu, sondern auch im Gedenken daran, "dass täglich Menschen sterben, weil sie nichts zum Essen haben".
Das müsste aber nicht so sein, betonte Schönborn. Weltweit würden so viele Lebensmittel produziert, dass alle Menschen satt werden könnten. Trotzdem würden ungefähr 830 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung leiden. Das sei jeder zehnte Mensch auf der Welt, verdeutlichte der Kardinal das Drama: "Heute läuten die Glocken als Weckruf gegen den Hunger und für verantwortungsvollen Umgang mit den Lebensmitteln."
Vor acht Jahren hätten sich die Vereinten Nationen darauf geeinigt, dass bis 2030 weltweit der lebensbedrohliche Hunger abgeschafft sein soll. Eine Zeit lang habe es so ausgesehen, dass dieses Ziel erreicht werden könne. Doch inzwischen nehme der Hunger dramatisch zu. Schuld daran seien der Klimawandel, jahrelange Dürren, steigende Preise und die vielen kriegerischen Konflikte. Besonders schlimm sei es, "wenn Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine, der Kornkammer Europas, nicht in die Länder verschickt werden können, für die das Getreide lebenswichtig ist. Da wird Hunger zur Kriegswaffe gemacht", kritisierte Schönborn.
Quelle: kathpress