
Oberösterreich: Bedarf an "Quartier 16" für Frauen in Not steigt
Seit vier Jahren bietet das "Quartier 16" der Franziskanerinnen von Vöcklabruck in Oberösterreich eine Anlaufstelle für Frauen mit und ohne Kinder in Not. In dem denkmalgeschützten Haus in der Salzburger Straße 16, neben dem Mutterhaus der Franziskanerinnen, finden Frauen - unabhängig von Herkunft und Religion - Wohnung, Begleitung und Unterstützung. Der Bedarf sei von Beginn an hoch gewesen und steige weiter, wie die Hilfseinrichtung in einer Aussendung mitteilte. Zunehmend suchten ältere Frauen Hilfe an. "Immer häufiger fragen Frauen über 60 Jahre um Unterstützung an", berichtet Sr. Ida Vorel, Leiterin des Quartiers 16. Die Ursachen seien vielfältig - von Altersarmut über Wohnungsverlust bis hin zu Trennungen oder familiären Konflikten.
Die Nachfrage hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen - von knapp 80 Anfragen mussten rund ein Viertel aufgrund fehlender Kapazitäten abgelehnt werden, weitere, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt waren, teilten die Franziskanerinnen mit. "Wir können zum Beispiel keine Frauen mit psychischen Erkrankungen in der Akutphase oder mit Suchterkrankungen aufnehmen", so Sr. Vorel. Insgesamt hat das Quartier 16 im vierten Jahr 16 Frauen und 11 Kinder aufgenommen; sie blieben im Durchschnitt 172 Tage. Seit der Eröffnung Anfang November 2021 haben 67 Frauen und 38 Kinder im Quartier 16 der Franziskanerinnen von Vöcklabruck vorübergehend ein Zuhause gefunden.
Um Frauen den Neustart in einer eigenen Wohnung zu erleichtern, hat das Quartier 16 vor rund eineinhalb Jahren das "Sachspenden-Depot" ins Leben gerufen. Dort können Frauen mit dem Nötigsten für den Einzug ausgestattet werden - im vergangenen Jahr waren das 18 Frauen. "Sehr gefragt sind auch Baby-Grundausstattungen und Lebensmittelpakete. Ebenso können wir über die Sachspenden-Drehscheibe Kleidung, Hygieneartikel und Haushaltswaren zur Verfügung stellen", informierte Sr. Vorel.
Von dem Angebot profitierten nicht nur Klientinnen des Quartiers 16, sondern auch andere Einrichtungen wie das Frauenhaus, Mosaik, Mobilis und die Caritas. "Diese Sachspenden sind angesichts der Preisentwicklung gerade jetzt so wichtig", dankte Sr. Angelika Garstenauer, Generaloberin der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, den Spenderinnen und Spendern.
(Infos: www.quartier-16.at/unterstuetzen)
Quelle: kathpress