
Bischof Krautwaschl: Menschen im Heiligen Land brauchen mehr Hilfe
Angesichts der dramatischen humanitären Situation im Heiligen Land braucht es wesentlich mehr Hilfe vor Ort: Das hat der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl am Donnerstag gegenüber Kathpress betont. "Den Menschen muss geholfen werden. Das ist zu gewährleisten", so der Bischof, der sich zugleich aber nicht auf eine politische Debatte einlassen wollte.
Krautwaschl hat dieser Tage einen Solidaritätsbesuch vor Ort im Heiligen Land absolviert. U.a. besuchte er den Kibbuz Kfar Azza nahe der Grenze zum Gazastreifen und die Gedenkstätte für die Opfer des Hamas-Angriffs auf Israel vom 7. Oktober 2023 auf dem Gelände des Nova-Festivals. Er nahm zugleich auch das Leid der Menschen im Gazastreifen in den Blick und erinnerte gegenüber Kathpress daran, dass die einzige kleine katholische Pfarre von Gaza im 19. Jahrhundert vom Südtiroler Priester Georg Gatt, dem damaligen Vizerektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem, gegründet worden war. Über das Lateinische Patriarchat von Jerusalem sei auch Hilfe für die Menschen in Gaza möglich, berichtete Krautwaschl. Das sei gerade auch hinsichtlich des Österreich-Bezugs zu Gaza ein Gebot der Stunde.
Krautwaschl traf in Jerusalem u.a. auch mit dem Lateinischen Patriarchen Kardinal Pierbattista Pizzaballa zusammen. Mit der Caritas Jerusalem verfügt das Patriarchat über eine sehr effektive Hilfsorganisation, die im Westjordanland und in Gaza seit Jahrzehnten im Einsatz ist. Für Aufregung sorgte nun aber Israels Ankündigung, Dutzenden in palästinensischen Gebieten tätigen Hilfswerken die Lizenz zu entziehen. Betroffen davon ist laut Berichten auch die Caritas Jerusalem.
Die Caritas Jerusalem ist u.a. ein wichtiger Partner für die Caritas Österreich. Der heimische Caritas-Vizepräsident Alexander Bodmann betonte am Mittwochabend in der ORF-Sendung "Religion aktuell", dass der rechtliche Status der lokalen Caritas kirchlich und völkerrechtlich abgesichert sei. - Auf der Grundlage eines Vertrags zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel aus den 1990er-Jahren.
Die Caritas Jerusalem arbeite unabhängig und unparteiisch, so Bodmann. Noch könne man die Arbeit mit der Caritas Jerusalem im Gazastreifen durchführen. Sollte es allerdings tatsächlich zu einem Lizenzentzug kommen, dann hätte das unmittelbare Folgen für tausende Menschen, die etwa auf Nahrungsmittel oder medizinische Versorgung, ebenso aber auch auf psychosoziale Unterstützung oder andere Nothilfeprogramme angewiesen wären, warnte Bodmann.
Quelle: kathpress