
Kälte als Kriegswaffe: Caritas-Spendenaufruf für frierende Ukraine
Nach erneuten russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew warnt die Caritas Österreich vor dramatischen Folgen für die Zivilbevölkerung und ruft zu dringenden Spenden auf. Strom-, Wärme- und Wasserversorgung seien in weiten Teilen zusammengebrochen, 5.635 Hochhäuser und Wohnanlagen seien derzeit ohne Heizung. Der laufende Winter sei der schwerste seit Beginn des Krieges.
Nach Angaben der Hilfsorganisation kommt es in Kiew zu stundenlangen Stromausfällen, die Energieversorgung sei nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. In vielen Stadtteilen stehe täglich nur für wenige Stunden Strom zur Verfügung. Die Bevölkerung sei auf Notunterkünfte angewiesen, um sich aufzuwärmen, Wasser zu holen oder Mobiltelefone aufzuladen. Ein geregelter Alltag sei kaum möglich.
Caritas-Vizepräsident Alexander Bodmann sprach von einer akuten Notlage. "Die Situation in der Ukraine ist dramatisch. Der Strom muss immer wieder abgeschaltet werden, meistens gibt es in Kiew nur drei Stunden Strom pro Tag, dann muss er wieder für zehn Stunden abgeschaltet werden", so Bodmann. Bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad bedeute dies "Kälte, Unsicherheit und Dunkelheit". Besonders betroffen seien Kinder und ältere Menschen.
Insgesamt seien laut Caritas 12,7 Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen, das entspreche rund jeder dritten Person im Land. Mehrere schwere Angriffe zu Jahresbeginn sowie anhaltender Frost hätten die Lage weiter verschärft und brächten die Menschen zunehmend in Lebensgefahr.
Brennholz, Wärmepunkte und warmes Essen
Die Caritas ist seit mehr als 30 Jahren in der Ukraine tätig und hat ihre Hilfe seit dem russischen Angriff im Februar 2022 deutlich ausgeweitet. Seither seien gemeinsam mit dem internationalen Caritas-Netzwerk mehr als vier Millionen Menschen unterstützt worden, unter anderem mit Winterhilfe, Pflegeangeboten für ältere Menschen sowie Hilfen für Kinder. Zusätzlich versorgt die Organisation die Bevölkerung mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten, organisiert Unterkünfte und bietet psychosoziale Betreuung, Bildungsangebote sowie Unterstützung bei der Sanierung von Wohnraum an.
Ein Schwerpunkt liege derzeit auf der Bewältigung der Kälte. "Die Kälte ist ein großes Problem, vor allem weil Strom und Heizungen immer wieder ausfallen", sagte Bodmann. Die Caritas verteile Brennholz, betreibe Wärme-Punkte und Caritaszentren, in denen sich Menschen aufwärmen und eine warme Mahlzeit erhalten könnten. Zudem würden durch kleinere Reparaturen an Fenstern und Dächern einzelne Räume wieder beheizbar gemacht. Ergänzend verteilt die Organisation Decken, Schlafsäcke, Lampen und Thermoskannen.
Spenden benötigt
Bodmann rief die österreichische Bevölkerung dazu auf, die Hilfsmaßnahmen weiterhin finanziell zu unterstützen. Jede Spende trage unmittelbar zur Versorgung der betroffenen Zivilbevölkerung bei. Mit 50 Euro könne einem Kind in der Ukraine Betreuung und Versorgung in einem sogenannten Child-friendly Space ermöglicht werden, mit 55 Euro erhalte eine Familie Brennholz für eine Woche. Eine Spende von 100 Euro sichere einem Kind für einen Monat ein warmes Mittagessen sowie Nachmittagsbetreuung inklusive Lernhilfe. "Bitte lassen Sie nicht nach. Ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine rettet Leben", appellierte Bodmann.
(Info: Caritas-Spendenkonto: Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123 4560, BIC GIBAATWWXXX, Kennwort: Kinder in Not, Online-Spenden: www.caritas.at/kinder)
Quelle: kathpress