
Unabhängige Opferschutzkommission neu konstituiert
Unter dem Vorsitz der seit 1. Jänner 2026 tätigen neuen Unabhängigen Opferschutzanwältin Präsidentin Caroline List hat sich dieser Tage die Unabhängige Opferschutzkommission (UOK) für den Zeitraum 2026 bis 2030 neu konstituiert. Der Kommission gehören neben der Vorsitzenden Opferschutzanwältin List sechs weitere Mitglieder an, die über ausgewiesene Expertise in den Bereichen Psychiatrie, Psychologie, Recht und Pädagogik verfügen. Drei Mitglieder der Kommission sind neu in dieser Aufgabe, vier Mitglieder waren schon in der Kommission von 2010 bis 2025 tätig. "Es freut mich sehr, dass es mit dieser Zusammensetzung gelungen ist, Persönlichkeiten mit großer Kompetenz zu gewinnen und einen guten Mix aus Erfahrung und Erneuerung zu erreichen", so List in einer Aussendung am Montag.
Die Neuaufstellung der Kommission war notwendig geworden, weil Waltraud Klasnic nach über 15 Jahren ihre Agenden im Bereich des Opferschutzes an List übergeben hat. List war seit der Gründung der UOK im April 2010 Kommissionsmitglied. Ebenfalls seit 2010 und jetzt weiterhin in der Kommission sind der bekannte Psychiater und Neurologe Prof. Reinhard Haller, Ulla Konrad, Klinische Psychologin und Vorstandsmitglied der Concordia Privatstiftung, sowie Kurt Scholz, langjähriger Präsident des Wiener Stadtschulrates und ehemaliger Kuratoriumsvorsitzender des Zukunftsfonds der Republik Österreich. Neu in der UOK sind Eva Marek, Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshofs, Prof. Primarius Friedrich Rous, Psychiater und Ärztlicher Direktor der Barmherzigen Brüder in Kainbach, sowie Bettina Schrittwieser, Direktor Stellvertreterin und Bereichsleiterin Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Steiermark. Alle Kommissionsmitglieder wirken ehrenamtlich.
Klasnic jetzt Ehrenvorsitzende
Auf Antrag von List wurde die bisherige UOK-Vorsitzende Waltraud Klasnic zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Die "Klasnic-Kommission" hatte neben ihrer Vorsitzenden ursprünglich acht weitere Mitglieder. Durch den Tod von Brigitte Bierlein (2024), der damals ersten Bundeskanzlerin und ersten Verfassungsgerichtshofpräsidentin in Österreich, und des Journalisten Hubert Feichtlbauer (2017) hatte sich die Kommission auf sechs Mitglieder reduziert. Ebenfalls mit Jahreswechsel haben der frühere Präsident des Jugendgerichtshofes, Udo Jesionek, sowie der Jugendpsychiatrie-Experte Werner Leixnering aus Altersgründen ihre ehrenamtliche Mitarbeit in der Kommission beendet.
Die UOK hat in den mehr als 15 Jahren ihres Bestehens von April 2010 bis Ende 2025 über 3.500 positive Entscheidungen über finanzielle und psychologische Hilfeleistungen für Betroffene von physischer, psychischer und/oder sexueller Gewalt in der Höhe von mehr als 38 Millionen Euro getroffen. Rund die Hälfte der Betroffenen hatte Formen von sexueller Gewalt erlebt. Die Katholische Kirche hat alle Entscheidungen der UOK umgesetzt. List betonte, dass die neu konstituierte Kommission ihre Tätigkeit mit Engagement und Konsequenz im Interesse der Betroffenen fortsetzen wird. Ein besonders wichtiger Schwerpunkt des Opferschutzes - so List - wird neben der Unterstützung von Betroffenen auf der Prävention liegen.
(Nähere Information zur Unabhängigen Opferschutzkommissionen und ihren Mitgliedern unter: www.opfer-schutz.at)
Quelle: kathpress