
Don-Bosco-Gedenktag: Ordenfrauen fordern mehr Gehör für Jugendliche
Anlässlich des Don-Bosco-Gedenktags am 31. Jänner fordern die Don Bosco Schwestern der Deutschsprachigen Provinz, Kinder und Jugendliche stärker in Entscheidungen einzubeziehen. Rückmeldungen aus Don-Bosco-Schulen zeigten, dass junge Menschen sich ernst genommen fühlen wollen, auch Themen wie mentale Gesundheit, Zukunftsängste und Verantwortungsübernahme würden oft genannt, so der Orden in einer Aussendung am Mittwoch. "Zuhören ist keine Frage von Freundlichkeit, sondern eine Grundlage für Vertrauen, Selbstwirksamkeit und demokratisches Lernen", betonte Provinzleiterin Sr. Petra Egeling. Studien zeigten, dass junge Menschen genau wahrnehmen, wenn Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. Dies führe zu Rückzug und Resignation und schwäche die gesellschaftliche Teilhabe.
Jugendliche aus Don-Bosco-Schulen betonten laut Aussendung, wie wichtig es ihnen ist, bei Entscheidungen gehört zu werden. Besonders häufig äußerten sie den Wunsch, dass Erwachsene zu eigenen Fehlern stehen und Verantwortung vorleben. Viele junge Menschen wollten Entscheidungen selbst treffen und aus Fehlern lernen, anstatt "erst mit dem Erwachsenwerden plötzlich mit allen Konsequenzen allein zu sein". Auch Fragen zur psychischen Gesundheit und zur Zukunft spielten eine zentrale Rolle. "Ich weiß nicht, was in zehn Jahren sein wird. Das macht mir Angst", wird eine Schülerin zitiert.
Das Ernstnehmen junger Stimmen sei "kein pädagogischer Luxus", sondern Voraussetzung dafür, dass junge Menschen Vertrauen entwickeln - in sich selbst und in die Gesellschaft, konstatierten die Ordensfrauen. Auch das Zuhören sei kein rein pädagogisches Instrument, sondern Ausdruck einer grundlegenden Haltung. Als Vorbild dafür gelte bis heute Ordensgründer Don Bosco, der junge Menschen nicht von oben herab erzogen, sondern ihnen zugehört, sie ernst genommen und ihnen Verantwortung zugetraut habe. Diese Haltung präge bis heute die Arbeit des Ordens in Schulen, im Elementarbereich und in der offenen Jugendarbeit, hieß es.
Als Beispiel wurden die Don-Bosco-Schulen Vöcklabruck angeführt, wo die Schulpastoral Räume bietet, in denen Schülerinnen und Schüler mit ihren Anliegen Gehör finden. Überdies werden Jugendliche eingeladen, sich aktiv einzubringen. Als Beispiel nennen die Don Bosco Schwestern das sogenannte "Stell-dir-vor"-Labor, bei dem im vergangenen Schuljahr Projektideen für die Region entwickelt und Verantwortlichen präsentiert wurden. "Wenn junge Menschen ernst genommen werden, entstehen Ideen, die wirklich etwas bewegen können", sagte Schulleiterin Margit Gangl.
Patron der Jugend
Der Turiner Priester Johannes Bosco ("Don Bosco", 1815-1888) setzte sich als Sozialpionier für benachteiligte Jugendliche ein und entwickelte einen pädagogischen Ansatz, der auf Prävention und Verständnis beruhte. Nicht nur der Männerorden der Salesianer Don Boscos wurde von dem Patron der Jugend gegründet, sondern 1872 gemeinsam mit Maria Domenika Mazzarello (1837-1881) auch die Don Bosco Schwestern, die mit heute rund 11.500 Mitgliedern weltweit aktiv sind und ebenfalls junge Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen.
In der Deutschsprachigen Provinz führen die Don Bosco Schwestern unter anderem Kindergärten, Volksschulhorte und Schulen, Jugend- und Familienzentren, Wohnorte für Studentinnen, ein Tagungshaus bzw. geistliches Zentrum und einen internationalen Freiwilligendienst.
Quelle: kathpress