
Ordensspitäler generieren vier Milliarden Euro Wertschöpfung
Die 23 Ordensspitäler Österreichs sind nicht nur eine tragende Säule der heimischen Gesundheitsversorgung, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das zeigt eine aktuelle Studie der Forschungsgesellschaft "Johanneum Research", die von der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs in Auftrag gegeben wurde. Die Ordensspitäler generieren demnach rund vier Milliarden Euro an Wertschöpfung. Gemessen am österreichischen Bruttoinlandsprodukt bedeutet das: Jeder 111. Euro, der in Österreich an Wertschöpfung entsteht, geht direkt oder indirekt auf die 23 Ordensspitäler zurück.
"Diese Zahlen sind für uns eine Bestätigung unseres täglichen Handelns auf mehreren Ebenen", betonte Peter Ausweger, Gesamtleiter der Einrichtungen der Barmherzigen Brüder. Er präsentierte am Mittwoch in Wien für die Ordensspitäler gemeinsam mit Studienautor Michael Scholz die Ergebnisse der Untersuchungen. "Mit vier Milliarden Euro Wertschöpfung, über 41.000 Arbeitsplätzen und rund 1,5 Milliarden Euro Rückflüssen an den Staat übernehmen die Ordensspitäler umfassende wirtschaftliche Verantwortung", sagte Ausweger.
Die Wertschöpfung verteilt sich laut Studie unterschiedlich auf die Bundesländer. Die stärksten Effekte zeigen sich in Oberösterreich mit 1,76 Milliarden Euro - das entspricht jedem 43. Euro des oberösterreichischen Bruttoregionalprodukts - sowie in Wien mit 847 Millionen Euro, was jedem 130. Euro des Wiener Bruttoregionalprodukts entspricht. Die wirtschaftlichen Effekte reichen aber über die Standorte der Ordensspitäler hinaus. Selbst in Bundesländern ohne Ordensspital wird indirekt Wertschöpfung erzeugt - etwa 101 Millionen Euro in Niederösterreich und 11 Millionen Euro in Vorarlberg.
Direkt beschäftigen die Ordensspitäler rund 20.000 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente). Insgesamt sichern oder schaffen sie laut Studie jedoch 41.400 Vollzeitarbeitsplätze in Österreich. Das entspricht etwa jedem 92. Arbeitsplatz im Land, erläuterte Studienautor Scholz bei der Präsentation.
Ausweger ergänzte, dass die Ordensspitäler ein sehr stabiler Arbeitgeber seien. Auf die bislang noch erfolglosen Kollektivvertragsverhandlungen für das nichtärztliche Personal in den Ordensspitälern Oberösterreich angesprochen, sagte Ausweger, dass er auf eine baldige gütliche Einigung zwischen den Spitälern und der Gewerkschaft hoffe.
Die Ordensspitäler leisten laut Studie auch einen erheblichen fiskalischen Beitrag. "Die Rückflüsse in das öffentliche Budget betrugen im Jahr 2024 rund 1,5 Milliarden Euro aus Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern. Von jedem Euro, den die Ordensspitäler direkt erwirtschaften, fließen rund 37 Cent zurück an Staat und Sozialversicherungen", so Scholz.
Auffällig: Die Studie konstatiert eine Verdoppelung der Wertschöpfung von 2018 bis 2024. Auch der Anteil der Ordensspitäler an der direkten Bruttowertschöpfung des gesamten Gesundheitswesens ist deutlich gestiegen - und zwar um das 1,5-Fache, von 5,0 Prozent (2018) auf 7,6 Prozent (2024). Ausweger dazu: "Die Ordensspitäler haben ihre Produktivität durch Investitionen, effizientere Prozesse und hochwertige medizinische Leistungen deutlich gesteigert."
23 Ordensspitäler in Österreich
Die 23 Ordensspitäler Österreichs betreuen jährlich rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten. Bundesweit steht jedes fünfte Spitalsbett in einem Ordenskrankenhaus. In absoluten Zahlen sind es etwa 7.100 Betten. In Oberösterreich wird rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten in einem Ordensspital behandelt. In Wien versorgen die sieben Ordensspitäler rund 20 Prozent der Patienten. Über 200.000 Patientinnen und Patienten werden jährlich operiert. Mit rund 20.000 Mitarbeitenden sind die Ordensspitäler ein wichtiger Arbeitgeber. Und: In Österreichs Ordensspitälern wirken rund 230 Seelsorgerinnen und Seelsorger.
Die gesamte Studie mit detaillierten Zahlen steht unter www.ordensspitaeler.at zum Download bereit. In der aktuellen Folge des Podcasts "Lebenswerk" der Ordensspitäler Österreich sprechen Peter Ausweger und Michael Scholz ausführlich über die Studienergebnisse und die wirtschaftliche Bedeutung der Ordensspitäler: www.ordensspitaeler.at/podcast.
Quelle: kathpress