
Katholische Frauenbewegung fordert mehr Verteilungsungerechtigkeit
"Verteilungsgerechtigkeit entscheidet sich nicht in abstrakten Konzepten, sondern dort, wo politische Rahmenbedingungen auf konkrete Lebensrealitäten treffen." - Darauf hat Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) hingewiesen. Die kfb der Diözese Innsbruck hat nun im Rahmen des Forumtheater-Projekts "Das KuchenStück" konkrete Vorschläge zur Verteilungsgerechtigkeit an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger des Landes Tirol sowie der Stadt Innsbruck überreicht. Ziel des Projekts sei es, auf strukturelle Ungerechtigkeiten in Bereichen wie Wohnen, Pflege, sozialer Absicherung und politischer Beteiligung aufmerksam zu machen und Beteiligungsformate zu fördern, hieß es in einer kfb-Aussendung am Donnerstag.
"Die im Projekt gesammelten Vorschläge zeigen eindrucksvoll, wie viel Lösungskompetenz in der Zivilgesellschaft vorhanden ist", so Ritter-Grepl. Das interaktive Theaterprojekt thematisiere Verteilungsungerechtigkeit in zentralen Lebensbereichen und mache strukturelle Hürden im Alltag sichtbar, so die Frauenbewegung.
Aus Sicht der Katholischen Frauenbewegung Innsbruck ist das Projekt ein Beitrag zur frauenpolitischen Bildungsarbeit. "'Das KuchenStück' ist ein starkes Beispiel dafür, wie Frauenbildung, gesellschaftspolitische Verantwortung und konkrete Alltagserfahrungen zusammenwirken können", erklärte dazu auch Helene Daxecker-Okon, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Innsbruck. Ähnlich Petra Unterberger, Projektinitiatorin und -begleiterin, die den Praxisbezug der Empfehlungen hervorhebt: "Die Vorschläge zeigen sehr klar die hohe Kompetenz der Bürger:innen. Es gilt daher Formate der Beteiligung zu entwickeln, ähnlich der Bürger:innenräte, in denen Barrierefreiheit sowie ein finanzieller Ausgleich sichergestellt wird."
Positive Reaktionen kamen auch von den politischen Vertreterinnen: Eva Pawlata, Landesrätin für Soziales, Inklusion und Frauen, betont: "Was für die eine Person gerecht ist, kann sich für die andere ungerecht anfühlen. Deshalb müssen die eigenen Vorstellungen und Forderungen stets reflektiert werden, um andere Sichtweisen einnehmen zu können. Das Projekt 'Das KuchenStück' hat dies auf eindrückliche Weise gezeigt." Elisabeth Mayr, Vizebürgermeisterin von Innsbruck, ergänzt: "Die Vorschläge zielen darauf ab, Demokratie zu stärken, indem wir miteinander in Beziehung und Kontakt gehen. Die Aufgabe der Politik ist es, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen beteiligen und einbringen können. Theater hat die Kraft, Dinge aufzuzeigen, wo sonst oft ein blinder Fleck ist."
Quelle: kathpress