
OÖ: KV-Verhandlungen zu Ordensspitälern gehen in sechste Runde
In der fünften Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für das nicht-ärztliche Personal der oberösterreichischen Ordensspitäler ist am Mittwoch erneut keine Einigung erzielt worden. Rund 10.000 Beschäftigte sind von den Gesprächen betroffen, die seit mehreren Monaten geführt werden. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte der Dialog zwischen Arbeitgeberseite und Gewerkschaft fortgesetzt werden, hieß es in Mitteilungen beider Seiten. Die Gespräche werden in einer Unterarbeitsgruppe fortgesetzt, sowie mit einem weiteren Verhandlungstermin in großer Runde am 24. Februar.
Die Ordensspitäler Oberösterreich hatten ein Paket vorgestellt, das unter anderem eine Valorisierung der Löhne, Gehälter und Zulagen um 3,3 Prozent ab 1. Juli, einen Sonderurlaub sowie das Aussetzen der Anhebung der Kosten für Personalverpflegung und Parkgebühren vorsieht. "Wir bedauern, dass heute noch kein Abschluss erzielt werden konnte. Gleichzeitig begrüßen wir, dass wieder eine konstruktive Gesprächskultur an den Verhandlungstisch zurückgekehrt ist", erklärte Johann Minihuber, Geschäftsführer der Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH. Verhandlungsleiterin Carmen Breitwieser betonte, man habe den vorhandenen finanziellen Spielraum "bestmöglich genutzt, um ein verantwortungsvolles Angebot für unsere Mitarbeiter vorzulegen".
Die Gewerkschaft vida kritisierte das jüngste Angebot hingegen als unzureichend. Es unterscheide sich kaum von bisherigen Vorschlägen, lediglich ein zusätzlicher Urlaubstag pro Vollzeitkraft sei in Aussicht gestellt worden, erklärte vida-Gesundheitssprecherin Martina Reischenböck. Die Gewerkschaft hingegen habe ihre Bereitschaft bekundet, dem von den Arbeitgebern vorgeschlagenen Gehaltsabschluss des öffentlichen Dienstes anzunehmen - bei jedoch gleichzeitiger schrittweiser Arbeitszeitverkürzung. "40 Stunden sind in diesen Berufen kaum mehr zu bewältigen. Das Arbeitstempo ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Unter diesen Bedingungen steigt auch die Fehleranfälligkeit", wird eine weitere Mitarbeiterin zitiert.
Die Ordensspitäler Oberösterreich betreiben mehrere Krankenhäuser im Bundesland, darunter das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz, das Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern Elisabethinen, das Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried, das Krankenhaus St. Josef Braunau, das Klinikum Wels-Grieskirchen sowie das Krankenhaus Sierning. Zusammen beschäftigen sie rund 10.000 Mitarbeiter und versorgen jährlich 52 Prozent aller stationären Patienten im Bundesland. Im ambulanten Bereich erfolgen 51 Prozent aller Patientenkontakte in den Ordensspitälern Oberösterreichs. Das Land Oberösterreich finanziert die Ordensspitäler mit und wird von beiden Seiten als wichtiger Partner in den laufenden Verhandlungen genannt.
Quelle: kathpress