
Linz: "Haus der Nächstenliebe" neuer künftiger Caritas-Zentralstandort
Die Caritas Oberösterreich plant am Linzer Froschberg ein neues Gebäude, das unter dem Namen "Haus der Nächstenliebe" zusammengefasst werden soll. Eine Präsentation des Projekts fand am Mittwoch statt. Caritas-Direktor Stefan Pimmingstorfer erklärte, rund 300 Mitarbeiter werden in dem Neubau arbeiten, in dem "gut zehn" der derzeit 22 Linzer Standorte zusammengeführt werden. Ziel sei es, Synergien zu nutzen, Arbeitswege zu verkürzen und effizienter Hilfe für Menschen in Not zu leisten, als "zentraler, moderner und nachhaltiger Dienstleistungsstandort der Caritas Oberösterreich", so Pimmingstorfer.
Das dreiteilige Gebäudeensemble, das versteckt hinter dem Caritas-Angebot für Betreubares Wohnen und dem Seniorenwohnhaus St. Anna entlang der Leondinger Straße entstehen soll, wird eine Bruttogeschoßfläche von 9.560 Quadratmetern aufweisen. Das Gebäude wird überwiegend in Holz-Hybrid-Bauweise gebaut, Beton kommt nur dort zum Einsatz, wo es notwendig ist, wie etwa bei der Garage oder beim Lift, was die CO2-Äquivalente von 1.707 auf rund 50 Tonnen verringert. Statt bisher 3.400 wird die bebaute Fläche 2.000 Quadratmeter betragen, da 1.400 Quadratmeter entsiegelt werden sollen, um einen öffentlich zugänglichen "Garten der Nächstenliebe" mit Bäumen und insektenfreundlicher Bepflanzung zu ermöglichen.
"Es ist ein wichtiges Projekt, um die Wirksamkeit der Caritas auch in Zukunft sicherzustellen", sagte Pimmingstorfer. Zu dem gemeinsamen Standort habe man sich entschieden, da die Sanierung bestehender Standorte auf lange Sicht deutlich teurer wäre als der Neubau, wenn man auch Energiekosten und die Investitionen in die Barrierefreiheit mitberechnet. Somit sei es eine "wirtschaftlichere, wirksamere und nachhaltigere Lösung". Die Gesamtkosten des Projekts werden mit 30 Millionen Euro angegeben, finanziert aus Eigenmitteln sowie Spenden und Sponsoren.
Bereits seit 2025 laufen die Abbrucharbeiten auf dem Gelände, wobei ein historischer Vierkanter und weitere Nebengebäude abgerissen wurden. Die bisher darin verorteten Caritas-Einrichtungen wurden im Vorjahr verlegt: Das Zentrallager in die Linzer Industriestraße, die Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Beeinträchtigung in die Mozartstraße. Die Firmen Weissel und Hasenöhrl, spezialisiert auf Umbauarbeiten während laufendem Betrieb, sollen die Arbeiten bis Ende April abschließen, hieß es. Einzelne Materialien werden getrennt recycelt, um Ressourcenschonung zu gewährleisten.
Die Caritas legt großen Wert auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Nutzerorientierung. Flexible Arbeitsbereiche, Einzelbüros, kollaborative Flächen und begrünte Innenhöfe sollen ein funktionales Arbeitsumfeld schaffen. "Wir werden eine große WG sein", hatte Pimmingstorfer damaliger Vorgänger als Caritas-Direktor, Franz Kehrer, vor einem Jahr die Philosophie des Neubaus zusammengefasst. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Totalübernehmer, ehe der Baustart dann für 2027 vorgesehen ist, sowie die Fertigstellung für 2030. Finanziell kann sich neben institutionellen Partnern auch die Öffentlichkeit beteiligen, über die Initiative "Ihr Quadratmeter der NächstenLiebe". (Infos: www.caritas-ooe.at)
Quelle: kathpress