
Bischof Glettler in neuem Hirtenwort: "Kirche ist kein Solokonzert"
Klare Aufgabenprofile, verlässliche Unterstützung, echte Mitbestimmung und eine Kultur der Wertschätzung: Das ist aus Sicht von Bischof Hermann Glettler auch in der Kirche entscheidend für die Förderung und Begleitung von Freiwilligenarbeit. In einem neuen Hirtenwort zur bevorstehenden Fastenzeit rückt der Tiroler Bischof Leitlinien zum Jahresschwerpunkt "Freiwilliges Engagement und Ehrenamt mit der Kirche" der Diözese Innsbruck ins Zentrum. Unter dem Titel "Mit dem Geist Jesu - für ein größeres WIR" würdigt Glettler das vielfältige Wirken der vielen Tausend Engagierten in Pfarren, Seelsorgeräumen und kirchlichen Initiativen und lädt zu einem erneuerten, zeitgemäßen Verständnis von Ehrenamt ein.
Kirche sei "seit ihrer Gründung kein Solokonzert", dankt der Innsbrucker ausdrücklich allen, die sich freiwillig und ehrenamtlich in der Kirche engagieren. Den meisten ehrenamtlich Tätigen sei es heute wichtig, dass ihr Einsatz zeitlich begrenzt oder auf ein Projekt bezogen ist und sie durch eine Aus- und Weiterbildung persönlich davon profitieren, verweist er auf einen verbreiteten Trend in der Freiwilligenarbeit. "Ich verstehe das als Auftrag zu einer qualitätsvollen Begleitung des freiwilligen Engagements vor Ort. Ganz bestimmt werden dadurch auch 'neue Talente' auftauchen. Wir müssen sie nur wahrnehmen!", ruft Glettler auf.
Das Engagement in den vielen verschiedenen Bereichen in der Kirche verändere, stifte Gemeinschaft und schenke Lebensfreude, so Glettler. Das zeigt sich vielerorts konkret, etwa in Besuchsdiensten, liturgischen Diensten, Caritas-Initiativen oder der Jugendarbeit. Nicht nur pfarrliche Feste und Veranstaltungen oder die Sorge um den Erhalt von Kirchengebäuden, auch die Seelsorge müsse "auf viele Herzen und Füße" verteilt werden. "Eine 'mobile Hausseelsorge' ist das Ziel, um Trost und Zuversicht mit den Menschen zu teilen - dort, wo sie leben", erklärt der Innsbrucker Bischof.
Der tonangebende Geist dabei sei kein Selbstzweck kirchlicher Organisation, sondern Quelle der Sendung: "Beim freiwilligen und ehrenamtlichen Engagement in der Kirche geht es um ein gemeinsames, geistvolles und beständiges Wirken im Sinne Jesu - und nicht primär um eine Entlastung der hauptamtlich in der Seelsorge Tätigen." Gemeinsam, gut vernetzt und getragen vom Heiligen Geist, könne Kirche Räume des Glaubens und der Solidarität öffnen, so der Bischof.
Glettlers Hirtenwort ist auf der Website der Diözese Innsbruck abrufbar und kann als gedruckte Broschüre auch im Bischofsbüro (E-Mail: bischof@dibk.at) angefordert werden. Ergänzt ist das Bischofsschreiben darin um Zitate und Erfahrungsberichte von Menschen, die sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich engagieren, sowie um eine Orientierungshilfe der Diözese Innsbruck für ein gutes Miteinander von haupt- und ehrenamtlich tätigen Menschen. Ein Beitrag von Pfarrer Franz Troyer (Lienz), der sich auf Spurensuche nach ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Apostels Paulus macht, und weiterführende Informationen wie ein Ausblick auf die Pfarrgemeinderatswahlen 2027 schließen das Dokument ab.
(Website der Diözese Innsbruck: www.dibk.at; Hirtenbrief von Bischof Glettler im Wortlaut: https://www.dibk.at/Media/Organisationen/bischof-hermann-glettler/Hirtenbriefe)
Quelle: kathpress