
Olympiakaplan Lackner: Paralympics-Sportler sind großartige Vorbilder
An diesem Freitag beginnen in Italien die Winter-Paralympics. Dem österreichischen Team gehört auch wieder Sportlerseelsorger Johannes Lackner an. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress unmittelbar vor der Eröffnung der Spiele zeigte sich Lackner voll Vorfreude auf das Großereignis. Für den "Olympiakaplan" sind es "gerade die Parasportlerinnen und -sportler, die ein bewegendes Zeugnis der Hoffnung und des Lebensmutes geben", denn: "Sie zeigen, wie sportliches Engagement hilft, scheinbar unüberwindbare Schwierigkeiten zu überwinden." Mit anderen Worten: "Sie sind großartige Vorbilder."
Die Spiele werden vor allem in Mailand und Cortina d'Ampezzo ausgetragen. Aus Österreich nehmen 19 Athletinnen und Athleten teil, 18 davon haben ihre Wettbewerbe in Cortina. Deshalb hat auch Lackner dort sein Quartier aufgeschlagen - im örtlichen Pfarrhof.
Lackner feiert in den kommenden Tagen mit den Sportlern und den Betreuern Gottesdienste, steht jederzeit für Gespräche zur Verfügung und wird auch so manchen Wettkampf besuchen. Er hat auch für jeden im Team wieder die bewährten kleinen Rosenkränze mit dabei.
Auch andere Nationen sind mit Seelsorgern vor Ort vertreten. Die Deutschen haben etwa gleich eine katholische Seelsorgerin und einen evangelischen Seelsorger im "Gepäck". Am Sonntag werden Österreicher und Deutsche gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst feiern, freute sich Lackner schon auf das die Konfessionen und Nationen verbindende Ereignis.
Sport und Glaube geben Kraft
Der Glaube spiele für viele paralympische Athletinnen und Athleten eine große Rolle, so Lackner. Viele hätten ihm erzählt, dass ihnen nicht nur der Sport, sondern auch der Glaube Kraft gegeben habe, nach einem Unfall oder Schicksalsschlag wieder ins Leben zurückzufinden. Einige würden auch aktiv die Gottesdienste bei den Spielen mitgestalten. Von den Paralympics komme er selbst auch sehr beschenkt zurück, so der Seelsorger.
Lackner hofft zudem, dass das inklusive Sportereignis samt aufmerksamer Berichterstattung dazu beitragen wird, "dass Menschen mit Behinderungen noch stärker und chancengleich in der Gesellschaft aufgenommen werden". Die Paralympics-Sportler seien Botschafter für Inklusion.
Ein Wermutstropfen der aktuellen Spiele: Russische und weißrussische Sportler dürfen trotz des anhaltenden Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine in ihren Landesfarben samt Flagge und Hymne bei der Eröffnungsfeier in Verona auftreten. Eine Reihe von Nationen wird deshalb aus Respekt vor der Ukraine diese Feier boykottieren, darunter auch Österreich, wie Maria Rauch-Kallat, Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Committees am Donnerstag bekanntgab. Lackner ist als Seelsorger in diese politischen Entscheidungen nicht involviert, er stehe aber zu 100 Prozent hinter der österreichischen Entscheidung, wie er gegenüber Kathpress sagte.
Zur Frage, wie viele Medaillen er sich für Österreich erhofft, wollte sich der Olympiakaplan nicht festlegen, auch "um keinen Druck auf die Sportlerinnen und Sportler auszuüben". "Möglichst viele" sollten es aber schon sein. Er wolle aber auf jeden Fall hinzufügen: "Jede und jeder, der hier an den Start geht, hat schon unglaubliche Stärke bewiesen und schon eine Goldmedaille verdient." Und er hoffe auf einen unfallfreien Verlauf der Wettkämpfe.
Quelle: kathpress