
Österreichs Bischöfe fordern mehr Solidarität mit verfolgten Christen
Österreichs Bischöfe mahnen mehr Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit ein. Ihre Forderung richtet sich sowohl an die Politik, wie auch an Verantwortliche in Kirche, Religionen und Gesellschaft, wie es am Freitag in einer Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz heißt. Die Bischöfe hatten sich am Montag zum Auftakt ihrer Beratungen in St. Johann bei Herberstein im Rahmen eines Studientages intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt.
Eingehende Analysen zeigten, dass das Ausmaß der Verfolgung und Diskriminierung von Christinnen und Christen in vielen Ländern zugenommen habe und es dafür unterschiedliche Erscheinungsformen und Ursachen gibt, so die Bischöfe nun in ihrer Erklärung. Sie greifen darin auch die von Papst Leo XIV. zuletzt verwendete Zahl von 380 Mio. betroffenen Christinnen und Christen weltweit auf.
In Österreich habe das Recht auf Religionsfreiheit einen hohen Stellenwert. Das sollte alle Verantwortlichen in Staat, Kirchen, Religionen und Gesellschaft darin bestärken, sich für Religionsfreiheit weltweit einzusetzen. Das Unrecht zu benennen, sei der erste Schritt, um es zu überwinden. Gefordert seien das Gebet und konkrete Unterstützung, etwa durch Hilfswerke und Projekte für verfolgte Christen. Es brauche mehr Bewusstsein für dieses globale Problem.
Die Bischöfe begrüßen zugleich, dass die Politik in Österreich vor zwei Jahren im Bundeskanzleramt die "Stabstelle Internationaler Schutz verfolgter religiöser Minderheiten" eingerichtet hat. Auf Ebene der Europäischen Union gebe es zwar seit 2016 einen Sonderbeauftragten für die Förderung von Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der EU. Diese Position sei jedoch schon seit Ende 2024 vakant und müsse endlich nachbesetzt werden, so die Bischöfe.
Die Bischöfe halten schließlich fest, dass die Verletzungen der Religionsfreiheit im Zusammenhang mit Hasskriminalität auch in Österreich eine traurige Realität sei. Sie verweisen auf den vom Innenministerium veröffentlichten Lagebericht zu "Hate Crime". Wie die seit 2020 stattfindenden polizeilichen Erhebungen zeigten, habe religiös motivierte Hasskriminalität etwa im Zusammenhang mit Verhetzung, Körperverletzung oder Sachbeschädigungen zugenommen. Die meisten Fälle würden den Antisemitismus betreffen, gefolgt von antimuslimischen und antichristlichen Delikten. Wer davon betroffen ist, sollte solche Straftaten unbedingt bei der Polizei anzeigen, ermutigen die Bischöfe.
Damit aus Vorurteilen nicht Hass, Gewalt und Verfolgung entstehen, brauche es neben rechtlichen und politischen Maßnahmen auch das Engagement der Gläubigen sowie der Kirchen und Religionsgemeinschaften, so die Bischöfe. Gerade in Österreich habe sich unter den Kirchen und Religionen eine Kultur des Respekts und des Miteinanders entwickelt, die weiter gepflegt werden müsse, wie es in der Erklärung abschließend hieß.
Quelle: kathpress