
Bischöfe: Religionsunterricht ist "Lernort für Pluralität"
Die Österreichische Bischofskonferenz hat die Bedeutung des konfessionellen Religionsunterrichts an Schulen bekräftigt: "Gerade in einer diversen Gesellschaft, in der es darum geht, das Miteinander zu leben, ist er als Lernort für Pluralität unverzichtbar", heißt es in einer Erklärung zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz am Freitag. Nach aktuellen Zahlen ist die Teilnahme am Religionsunterricht weiterhin hoch: Mehr als 90 Prozent der katholischen Schülerinnen und Schüler besuchen den Unterricht; knapp 40.000 melden sich zum Freifach Religion an, obwohl sie keiner Religionsgemeinschaft angehören.
In Österreich sind derzeit 16 Kirchen und Religionsgesellschaften gesetzlich anerkannt, damit ist auch das Recht verbunden, Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu erteilen. Die Bischofskonferenz bezeichnet diese Regelung als Ausdruck der Kooperation zwischen Staat und Kirche. Zugleich können sich Schülerinnen und Schüler aufgrund der Religionsfreiheit vom Religionsunterricht abmelden. Für Jugendliche, die keinen Religionsunterricht besuchen, wurde in der Sekundarstufe II das Alternativpflichtfach Ethik eingeführt.
Die zunehmende religiöse und gesellschaftliche Vielfalt stelle jedoch auch neue organisatorische Anforderungen an Schulen, heißt es im Positionspapier. Besonders in städtischen Regionen sei die Organisation des Religionsunterrichts mitunter herausfordernd. "Schon seit Jahren sind daher die Bildungsverantwortlichen aller Kirchen und Religionsgesellschaften im Austausch, um Modelle zu entwickeln, die die Administration des Religionsunterrichts erleichtern sollen, die vor allem in städtischen Bereichen herausfordernd ist", heißt es wörtlich.
Die Bischofskonferenz hatte 2024 die Konferenz der Schulamtsleiterinnen und -leiter der österreichischen Diözesen beauftragt, ein entsprechendes Positionspapier zu erarbeiten. Dieses betone sowohl die Bedeutung des konfessionellen Religionsunterrichts als auch die Möglichkeiten der Kooperation zwischen den Religionsgemeinschaften innerhalb des bestehenden gesetzlichen Rahmens. Über entsprechende Modelle stünden die kirchlichen Bildungsverantwortlichen auch mit dem Bildungsministerium im Austausch.
Die Bischöfe danken den mehr als 7.000 Religionslehrerinnen und -lehrern für ihren Einsatz. Ihr Engagement, junge Menschen mit den Inhalten des katholischen Glaubens vertraut zu machen, sowie ihr Beitrag zur Feierkultur und zur Begleitung von Schulen in Krisensituationen würden vielfach auch von anderen Mitgliedern der Schulgemeinschaft geschätzt.
Quelle: kathpress