
Bischöfe feiern Chrisammessen: Heilige Öle schenken Energie in Krisen
Auf die energiespendende Kraft der Sakramente speziell in Krisenzeiten und Zeiten der Niedergeschlagenheit haben der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl und der Feldkircher Bischof Benno Elbs bei Chrisammessen am Montagabend im Stephansdom sowie im Feldkircher Dom hingewiesen. "Die heiligen Öle wollen uns Gottes Energie schenken, dem Leben Glanz verleihen und Balsam für die Seele sein", sagte Grünwidl laut Predigt-Manuskript. Zugleich würden die Öle zeigen, dass der christliche Glaube nicht einem "abstrakten Gott" gelte, sondern einem Gott, "der uns sanft berührt und der uns konkret, heute, im Hier und Jetzt in den Sakramenten begegnen will".
Diese Präsenz der Welt und des "Hier und Jetzt" ziehe sich wie ein roter Faden durch das Evangelium, führte der Erzbischof aus. Entsprechend sei auch die christliche Liturgie ganz von konkreten Handlungen und Zeichen durchdrungen: Brot, Wein, Wasser, Luft, Feuer, Öl, Asche, Farben, Worte, Töne etc. "In diesen Zeichen will Gott uns berühren, konkret und persönlich".
Die Heiligen Öle, die in der Chrisammesse traditionell geweiht werden, würden entsprechend vielfältig zum Einsatz kommen: Als "Energiequellen" in Krisenzeiten, aber auch als "Balsam für die Seele" und als Zeichen des Glanzes und des Schönen in Zeiten, in denen "so vieles matt und glanzlos" wirke und "Mattigkeit, Frust und Resignation" vorherrschten.
Elbs: Priester sollen Wunden heilen und Herzen wärmen
Auf den besonderen Auftrag der Priester, "im Namen Jesu Wunden zu heilen und Herzen zu wärmen" verwies indes der Feldkircher Bischof Benno Elbs bei der Chrisammesse im Feldkircher Dom hingewiesen. Für diesen Auftrag stehe die klassische Darstellung, die Jesus als Arzt oder Apotheker zeige - ein Zeichen für Jesu heilendes und rettendes Wirken durch die Zeit hindurch. Die Heiligen Öle, die in der Chrisammesse geweiht werden, seien ein Symbol dieser Heilkraft Gottes und "wie eine himmlische Apotheke und Heilmittel für die Seele", so der Feldkircher Bischof.
Ganz den unterschiedlichen Einsatzgebieten der Heiligen Öle entsprechend - bei der Taufe als Zeichen der Verbundenheit im Leben, bei der Firmung als Zusage des Hl. Geistes, bei der Salbung Kranker als Ermutigung und Stärkung - sei die Kirche aufgerufen, "erlösend, befreiend und immer nah am Leben der Menschen" zu sein. Für Priester bedeute dies konkret den Auftrag, "Gottverbundenheit und Menschenfreundlichkeit" als "Orientierung für unser Wirken als Priester" zu betrachten und zu leben.
An dem Gottesdienst im Feldkircher Dom nahmen u.a. 40 Ministrantinnen und Ministranten aus ganz Vorarlberg teil, die sich eigens in Workshops auf die Feier vorbereitet haben. Den Höhepunkt des Tages bildete das gemeinsame Ministrieren bei der Chrisammesse.
Quelle: kathpress