
Katholische Aktion: Ostern als "solidarisches Lebenszeichen"
Ostern als "Zeit, ein kräftiges solidarisches Lebenszeichen unter die Menschen zu bringen": Darauf hat die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) in ihrer heurigen Osterbotschaft hingewiesen. Der Glaube an die Auferstehung ermögliche es angesichts wachsender Unsicherheit und Orientierungslosigkeit in der Gesellschaft, "die Welt im Lichte der Auferstehung zu deuten" und das persönliche wie gemeinschaftliche Leben "an einer gewaltfreien, solidarischen und angstfreien Zukunft" auszurichten. Zunehmende Komplexität und Unsicherheit erschwerten es aktuell vielen Menschen, tragfähige Weltdeutungen zu entwickeln, wodurch sich Angst verstärke. Nötig seien daher "Orte einer neuen convivialen Lebendigkeit" sowie Räume für "einen ehrlichen und ungeschminkten Dialog".
Zugleich betont die KAÖ ein inklusives Gottesverständnis: Christinnen und Christen glaubten "nicht an einen 'katholischen Stammesgott', sondern an einen Gott aller Menschen", der Befreiung für alle wolle. Dieser gemeinsame Bezugspunkt - ein "common ground" - schließe "Gewalt, Hass, Gier und Rücksichtslosigkeit gegenüber der Mitwelt" aus, so das KAÖ-Präsidialteam Katharina Renner, Thomas Immervoll, Ferdinand Kaineder sowie KAÖ-Generalsekretärin Regina Petrik.
Orte des Dialogs und Widerstands
Aktuell heiße Zukunftsgestaltung für viele, "das Alte, Bisherige möglichst lange und zum Teil auf Kosten anderer und der ökologischen Basis dieser Welt fortzuführen" und weiter: "Die Sensibilität und der Sinn für eine neue Lebensrichtung wird von Angst und vermeintlicher Existenzbedrohung verstellt. Aufbruch endet meist in der gleichbleibenden Gewohnheit." 65 Prozent der österreichischen Bevölkerung suchen Orientierungspunkte für ihr alltägliches Leben, hieß es. Nötig seien daher Orte des Dialogs und "Orte des Widerstandes gegen die aus allen Ecken kommende Plausibilität von Gewalt und Herrschaftsdenken".
Die einzelnen Tage der Karwoche deuteten zentrale Dimensionen dieses Verständnisses, wies die KAÖ hin. So erinnere der Gründonnerstag an Verbundenheit, der Karfreitag an die Überwindung von Gewalt durch Selbsthingabe, während Ostern für neues Leben und Hoffnung stehe. Und: "Der Emmausgang am Ostermontag öffnet unsere Sinne neu, damit wir das Rettende in den alltäglichen Gesprächen nicht übersehen."
Quelle: kathpress