
Katholischer Familienverband warnt vor Familienbonus-Abschaffung
Vor einer weiteren Verschärfung der Situation für Familien durch ein mögliches Aus des Familienbonus warnt der Katholische Familienverband. "Eine Abschaffung würde viele erwerbstätige Familien massiv unter Druck setzen", warnte Verbandspräsident Peter Mender in einer Aussendung vom Donnerstag mit Blick auf die aktuellen Budgetverhandlungen. Wer den Bonus monatlich beziehe, hätte im Fall einer denkbaren Abschaffung jeden Monat bis zu 167 Euro weniger am Lohnzettel, was ein "weiterer harter Einschnitt für erwerbstätige Eltern" wäre.
Ausgerechnet jene würde ein Aus des Familienbonus treffen, die "täglich Beruf und Familie unter einen Hut bringen und mit ihrer Leistung nicht nur Steuern erwirtschaften, sondern auch die Pensionszahler und Arbeitskräfte von morgen großziehen", so Mender.
Nicht nur Besserverdienende würden von einem Ende der Unterstützungsmaßnahme getroffen, so der Familienverbands-Präsident weiter: Gerade bei jenen, die einen geringeren Bonus bekommen, zähle jeder Euro, erst recht in Zeiten steigender Inflation. "50 Euro weniger pro Monat sind für viele Haushalte keine Kleinigkeit", so Mender. Familien müssten zudem schon jetzt empfindliche Einbußen hinnehmen, da es für Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld in den Jahren 2026 und 2027 aus Spargründen keine Valorisierung gebe - anders als bei Pensionen, Gehältern und Sozialleistungen.
Steuerliche Entlastung für Eltern "gerecht"
Wie der Familienverbands-Präsident unterstrich, sei die steuerliche Entlastung für berufstätige Eltern durch den Familienbonus "gerecht und ein wichtiges gesellschaftliches Signal". Der Familienbonus sei "kein Goodie, wie der Fiskalrat meint", sondern "faire Berücksichtigung von Kindern im Steuersystem"; dort einzusparen würde bedeuten, "die Kosten für Kinder im Steuersystem einfach auszublenden".
Den sogenannten "Familienbonus Plus" gibt es seit 2019. Er ist ein Steuerabsetzbetrag, der die Einkommensteuer direkt reduziert und beträgt bis zu 2.000 Euro pro Kind und Jahr für Kinder unter 18 Jahren, bzw. bis zu 700 Euro pro Jahr für Kinder über 18 Jahre. Ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von knapp 2.500 Euro fällt eine Lohnsteuer von mehr als 2.000 Euro pro Jahr an, und der Familienbonus kann voll ausgeschöpft werden. Die Inanspruchnahme erfolgt entweder monatlich über die Lohnverrechnung oder jährlich im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung.
In Österreich bleibt ein Einkommen von 13.539 Euro pro Jahr steuerfrei. Mit dem Familienbonus wird dieses steuerfreie Existenzminimum auch für Kinder gewährt.
Quelle: kathpress